Indien - Don't stop

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Indien

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Berichte

Schlussbericht
 
Ich habe mir angewöhnt, nach einer Reise jeweils einen kurzen Abschlussbericht zu schreiben und auf einige Themen gezielt einzugehen.
 

Zeit

 
Wir waren eindeutig zu spät. Ich habe bei den Vorbereitungen mit DJ gesprochen und Ihn gefragt, wann es am besten sei für den Kardung la. Er hatte mir dazumal gesagt so Mitte Juli wäre es am besten. Das hat sich für dieses Jahr eindeutig als falsch herausgestellt. Wenn wir direkt nach unserer Ankunft losgefahren wären Richtung Manali – Leh, hätten wir den Pass und den ganzen Kaschmir bei richtig schönem Wetter fahren können. Da wir aber zuerst nach Indore zu DJ und nachher zu DEBU nach Mumbai gefahren sind, waren wir dann zu spät. Der Monsun ist dann noch Norden gekommen und hat eigentlich das ganze Gebiet unter Wasser gesetzt. Gleichzeitig habe ich dem Monsun zu wenig Beachtung geschenkt. Ich ging davon aus, dass der Monsun wie die Regenzeit in Südamerika abläuft. Dort muss man einfach schauen, dass man bis spätestens 16 Uhr im Hotel ist und dann kommt es für 3 – 4 Stunden regnen. Der Monsun ist da ganz anders. Da regnet es einfach rund um die Uhr zu hundert Prozent und das während drei Monaten. Am Anfang machte uns die Hitze recht zu schaffen. Wir verlegten dann die Abfahrtszeit auf 5 Uhr morgens, um der grössten Hitze ein wenig entgegen zu wirken. Das gelang uns manchmal nur teilweise, denn um 5 Uhr war es meist auch schon wieder 34 Grad und die Schwüle der Nacht tat sein Seiniges dazu.

 
Verkehr

 
Gelinde gesagt einfach chaotisch. Ich habe wirklich schon viele Länder befahren aber Indien schlägt alles um Längen. Geisterfahrer auf den Autobahnen ist einfach normal. Tausende von Kühen bevölkern die Autobahnen. Dazu gesellen sich auch Elefanten, Hunde, Katzen Affen etc. Die Velo- und Rollerfahrer sind in Massen auf den Autobahnen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit ist so bei 60 Stunden Kilometer. Der Linksverkehr ist wirklich das kleinste Problem. Es gilt einfach das Gesetz des Stärkeren. Erst die Trucks und Busse, dann die Autos, Tuck-Tucks und Rollerfahrer und die Velos und Fussgänger kommen dann zu Schluss. Es ist erstaunlich, dass wir so wenige Unfälle gesehen haben. Etwa 6 heftige Truckunfälle und ein banaler umschupser eines Rollerfahrers. Das war alles. In den Städten muss man sich einfach in den Verkehrsfluss integrieren und ebenso drängen wie die Anderen, ansonsten man nicht vom Fleck kommt. Hupen ist natürlich eine Dauerbeschäftigung. Sie Hupen immer. Entweder um auf sich aufmerksam zu machen oder beim Überholen. Es ist dann wirklich laut auf den Strassen. Die Hauptstrassen waren mehrheitlich in gutem Zustand. Die Nebenstrassen existierten meist gar nicht als Strasse. Es gibt dort so viele Schlaglöcher, dass man richtig gut aufpassen musste. Natürlich waren auch dort die Kühe immer präsent. Wenn es dann regnete wurden die Schlaglöcher gefüllt und die Strassen verwandelten sich in richtige Seen. Dann war dann das Durchfahren wirklich heikel. Ich machte es immer so, dass ich das vor mir fahrende Fahrzeug genau anschaute und genau in der Radspur des Autos fuhr. So konnte ich dann und wann einem versteckten Schlagloch ausweichen.
 

Menschen

 
Es gibt rund 1,3 Milliarden Inder. Natürlich haben wir nicht alle gesehen aber die, die wir gesehen und kennengelernt haben, waren allesamt nett und sehr höflich. Manchmal fühlten wir uns fast ein wenig bedrängt. Wenn wir in einem Dorf anhielten und eine Pause machen wollten, war das ein wirklich schwieriges Unterfangen. Es verging kaum eine Minute und man hatte eine Traube rund um uns und unserem Bike herum. Alle wollten Fotos machen und fragten von wo und wie teuer, dass das Bike ist. Wir haben uns dann angewöhnt, die Rastplätze auf offener Strasse zu machen und konnten so unsere Pause ein wenig ruhiger angehen. Nicht immer gelang das. Wenn ein Rollerfahrer oder Autofahrer uns entdeckt hatten, riefen sie alle mit dem Telefon zusammen, sodass nach 10 Minuten auch wieder eine Traubenbildung um uns herum entstand. Aber wie bereits schon gesagt, allesamt immer nett und hilfsbereit.
 

Hitze

 
Das war sicher unser ärgster Feind während der ersten drei Wochen. 47 Grad im Schatten und eine Luftfeuchtigkeit von 80% und mehr war wirklich happig. Ich hatte während allen Fahrten in Indien nicht eine Minute meine Handschuhe an und die Töffstiefel verstauten wir in unserem Gepäck und fuhren nur mit unseren Turnschuhen. Vom Sicherheitsaspekt her ist das natürlich nicht vorbildlich aber man muss da wirklich Kompromisse eingehen. Wir hatten immer Minimum ein Liter Wasser dabei, damit wir jederzeit unseren Durst löschen konnten.
 

Hotels

 
In Indien gibt es nur eines. Immer die besten Hotels aussuchen. Wenn wir ein Hotel brauchten für am nächsten Tag haben wir immer auf Booking den Filter eingegeben, damit wir nur die 5-Sterne Hotels angezeigt bekommen. Wir waren in Radissons, Hyatt, Mariott und wie sie alle heissen. Die sind so günstig wie glaube ich nirgends auf der Welt. Wir bezahlten in den gepflegten Hotels immer zwischen 35 und 40 Franken pro Person. In der Schweiz bekommt man nicht mal ein Massenlager für diesen Preis. Der Service war ausnahmslos immer spitze und wirklich eines 5-Sterne Hotels würdig. Die Anlagen waren für uns immer ein angenehmer Rückzugsort zu den Slums draussen. Der Unterschied war für uns manchmal wirklich krass. Neben den Hotels war es schmutzig und dreckig und in den Anlagen war alles pikfein.
 

Armut

 
Die Armut war ein ständiger Begleiter in Indien. Da sind die schönen Hotels und nebenan die Slums. Man kann sich kaum vorstellen in was für Behausungen diese Leute leben. Durch die Slums zieht sich ein kleiner Wassergraben, wo sämtlich Abläufe der Behausungen hineinfliessen. Das stinkt dann gewaltig. Man sieht Fäkalien und anderer unangenehmen Schmutz im Wasser schwimmen. Aber das ist einfach normal für Indien. Ich habe auch das Gefühl, dass die Oberschicht von Indien, die Armut einfach ausblendet oder ignoriert. Meine beiden Freund DJ und DEBU gehören sicher zu der Oberschicht. Die haben Ihre Hausangestellten und natürlich einen Fahrer. Die halten Ihr nahes Umfeld sauber und gepflegt. Geht man aber mit denen fort, spürt man dann schon, dass sie aus einer besseren Kaste kommen. Vor allem wie sie mit Ihren eigenen Landsleuten umgehen. Meist herablassend, was für uns manchmal recht unangenehm war. Wir gehen so nicht mit einander um, sondern haben Respekt und zeigen, wenn möglich nicht, dass man sich das Eine oder andere mehr leisten könnte.
 

Religionen

 
In Indien gibt es hauptsächlich die Hindus, die Sikhs und die Moslems. Die Hindus und die Sikhs gehören eigentlich zusammen, nur sind die Sikhs noch ein bisschen extremer im Glauben. Dafür sind die Moslems gegenüber den Hindus nicht gut aufeinander zu sprechen und bekämpfen sich gegenseitig. Nicht mit Waffengewalt aber es ist ein Tabu, dass ein Hindu und ein Moslem heiraten. Das gibt es nicht. Die Religionen sind zu weit auseinander. DJ und DEBU sind sehr gläubig und gehen meist in die Hindu-Tempel um zu beten. DJ ermöglichte uns eine Besichtigung in zwei von den zwölf wichtigsten Hindu-Tempel in Indien. Wir durften mit Ihm als VIP in die heiligsten Katakomben hinunter und sahen dort Gläubige, die halb in Trance waren. Natürlich durfte dort nicht fotographiert werden. Aber rein dieses Mal als Zuschauer zu erleben war schon eindrücklich.

 
Zoll (Abfertigung/Import/Export)

Dass war wirklich das Mühsamste der ganzen Reise. Die Inder brauchen eine Woche für den Import eines Bikes und für den Export 10 Tage. Das ist einfach zu lange. Basta. Ich kann nicht beurteilen ob es an der Firma SkyBarge oder dem Angestellten, der uns von denen zugewiesen wurde, liegt. Vor allem beim Export kann ein normal denkender Mensch nicht nachvollziehen, dass dies so lange geht. Am Mittwoch um 11 Uhr waren wir auf der Agency und haben unser Anliegen für den Export dargebracht. Gleichzeitig haben wir Ihnen gesagt, dass das Bike beim Hotel steht und sie dieses jederzeit haben können. Auf die Frage wie lange das geht, kam die Antwort etwa 2 Tage. Ich habe innerlich dann bereits einen Tag daraufgelegt und mit drei Tagen gerechnet. Erst am Freitagnachmittag kam die Nachricht, dass wir jetzt das Bike bringen können. Das hätten sie bereits am Mittwoch machen können! Erst am Samstag wurde dann das Bike verpackt und am Montag, als man das Paket auf den Flughafen bringen wollte hat man festgestellt, dass das Bike falsch verpackt wurde und von der Fluggesellschaft so nicht akzeptiert wird. Alles dann wieder auf Anfang und neu verpacken. Dass der Zoll dann auch noch in alle Koffer sehen wollte, war dann das Itüpfelchen oben drauf. Dass dann der Reserveschlüssel auch noch abbrach beim öffnen der Koffer zeugt dann schon auch von ein bisschen Unvermögen. Nun gut, sie konnten dann einen Schlüssel nachmachen und die Koffer öffnen. Mehr als Kleider und Schuhe hat es nicht in den Koffern. Eigentlich muss ich dem Agenten einen Vorwurf machen, denn er schaute mir zu, als ich die Koffer beim abgeben abschloss. Er hätte ja sagen können, dass ich die Koffer offenlassen soll, denn der Inhalt war wirklich nicht kostspielig.

Schlussfazit

 
Ich würde nicht mehr nach Indien gehen. Mit einer Ausnahme, der Norden im Kaschmir. Dies würde ich nochmals machen und nur nach Leh fahren. Dort sieht es aus wie in den Alpen. Nur dass die Berge noch sehr viel höher sind. Ich habe auch vor in Manali eine Royal Endfield zu mieten und mit diesem Bike dann den Kardung la zu befahren. Vielleicht……. Das wird sich dann zeigen.

Datum: 20. – 22.07.2019 Ort: Gurugram  Kilometer: 0          Land: Indien
 
Warten, warten und nochmals warten. Es ist jetzt Montag, den 22. Juli 2019 um 14.30 Uhr und wir warten immer noch. Wir haben ja am letzten Freitag die Nachricht bekommen, dass wir am Samstag nicht fliegen können und wir bis Montag warten müssen, weil der Zoll am Samstag und Sonntag nicht arbeitet. Am Samstag-Abend habe ich dann einige Fotos bekommen von meinem eingepackten Bike. Gleichzeitig wurde uns auch der Betrag für den Transport bekannt gegeben. Am Samstag haben wir einen Ausflug mit dem Taxi in die Innenstadt von Delhi gemacht. Natürlich regnete es auch dieses Mal. Melanie deckte sich noch mit zwei T-Shirts ein und einem Paar Latschischuhen. Nach einigen Stunden nahmen wir wieder ein Taxi und fuhren ins Hotel. Am Sonntag gingen wir in die Shopping-Mal. Wir mussten noch einen Koffer besorgen, damit wir unsere Kleider und unsere Töffklamotten darin verstauen konnten. Auch ich besorgte mir noch zwei T-Shirts, denn die Anderen waren bereits im Töff verstaut. Nach einem Brauhausbesuch in der Mal, natürlich nicht ohne ein Bier getrunken zu haben, fuhren wir mit dem Taxi wieder zurück zum Hotel. Als wir die Mal verliessen, stand draussen alles unter Wasser. Von der Strasse, welche zur Mal führt konnte man gar nichts mehr sehen. Ein einziger See. Während wir in der Mal waren, musste es draussen einen heftigen Regen gegeben haben und hier werden die Strassen halt auf indisch ohne die nötigen Abläufe gebaut. Die mindestens 20 Centimeter Waser wurden von den Autos bei langsamer Fahrt gepflügt und die Wellen schlugen immer wieder an die Gemäuer der Mal. Ohne Probleme fanden wir ein Taxi, welches uns wohlbehalten wieder ins Hotel brachte. Die Fahrt dauerte höchstens 10 Minuten. Am Samstag-Abend bekamen wir auch noch die Information von unserem Agenten, dass wir im Laufe des Montag-Nachmittag dann mit der Zollabfertigung fertig seien und wir dann nach Hause fliegen können.. Wir haben darauf den Flug gebucht für den 23. Juli um 4.10 Uhr. Dann sind wir dann genau eine Woche in diesem wirklich schönen Hotel. Nun ist es Montag und ich habe von meinem Agenten immer noch nichts gehört. Auch nach zwei WhatsApps ist immer noch keine Reaktion. Das braucht wirklich Nerven oder einfach keine. Weiteres folgt…….

Update1

Ich glaub es ja nicht! Jetzt hat der Barman vom Hotel dem Agenten angerufen und gefragt, was los sei mit dem Bike. Sie seien heute Morgen mit dem verpackten Bike zum Flughafen gefahren. Dort habe die Fluggesellschaft die Kiste verweigert, weil sie angeblich zu gross sei. Sie würden jetzt eine neue Kiste bauen und hoffen, dass sie das Bike noch durch den Zoll bekommen. Hoffen……………

Update 2
 
Endlich. Ein weiteres Info ist eingetroffen. Eine Nachricht auf meinem Natel. Irfan schrieb, dass ein Roller-Fahrer an der Reception stehen würde. Er brauche noch Unterschriften für die Frachtpapiere. Tatsächlich stand da ein Mann mit Rucksack und einem Helm bewaffnet. Er zückte einige Schriftstücke aus seinem Rucksack und gab mir diese zum Unterschreiben. Was ich natürlich sofort machte. Er sagte, dass jetzt das Bike heute um 18.30 Uhr abfliegen werde. Was ist mit meinem Carnet. Dieses würde per Kurier in die Schweiz geschickt. Heute um 10 Uhr habe ich meinen Agenten angeschrieben, er solle mir die Bankverbindung mitteilen, damit ich die Zahlung aus der Schweiz auslösen kann. 5 Stunden musste ich auf diese Nachricht warten. Natürlich war es dann so, dass in der Schweiz Mittagspause war und ich nochmals 90 Minuten warten musste. Ich schrieb dann ein Mail mit den dazugehörigen Informationen an die Kantonalbank. Um 17 Uhr Lokalzeit kam dann ein Anruf meiner Bank mit der Info, dass sie das sofort machen würden.
 Jetzt ist alles definitiv. Wir werden heute Nacht um 4 Uhr von Delhi abfliegen. Ich werde nach der Ankunft in der Schweiz noch ein Fazit über Indien schreiben. Stoff hat es zuhauf. Bis dann möchte ich mich von meinen Leser verabschieden und hoffe, dass das Eine oder Andere interessant gewesen ist. Bis bald……

Update 3
 
Es geht weiter. Die Odyssey ist noch nicht zu Ende. Wir sind am Dienstag, der 23. Juli 2019 gegen 17 Uhr im Weissbad glücklich angekommen. Ich ging davon aus, dass das Bike mindestens auf dem Weg in die Schweiz ist. Am Mittwochmorgen habe ich auf den Cargo-Flughafen in Zürich angerufen und gefragt, ob das Bike schon gekommen sei. Das verneinten sie aber beruhigten mich, dass das wahrscheinlich über verschiedene Stationen transportiert würde und eventuell Morgen ankommen werde. Sie würden mich dann umgehend anrufen, wenn das Bike eingetroffen sei. Am Mittwoch-Nachmittag bekam ich einen Anruf von Irfan, meinem Agenten in Delhi, dass er unbedingt und so schnell wie möglich eine Instruktion brauche, wie er die Seitenkoffer und das Topcase öffnen kann. Ich viel aus allen Wolken. Ich dachte, das Bike sei schon bald in der Schweiz. Jetzt stand das Ding immer noch in Delhi. Da ich einen Reserveschlüssel am Bike versteckt hatte, zeigte ich ihm anhand eines Fotos, wo dieser Schlüssel versteckt ist. Da es sich um einen Reserveschlüssel handelt, ist dieser nur aus einem Hartplastik und verfügt nur über einen Sender, damit man das Bike begrenzt fahren kann. Einige Zeit später kam ein WhatsApp, dass sie den Schlüssel gefunden haben aber dieser jetzt kaputt sei! Sie legten ein Foto bei. Mich traf fast der Schlag, Jetzt haben die auch noch den Schlüssel abgebrochen. Das ist ein Dilettantismus, das kann man sich ja gar nicht vorstellen. Jetzt bin ich mit meinem Latein auch am Ende. Darauf informierte ich meine beiden Bikerfreunde in Indien, dass ich jetzt         am Anschlag sei und nicht mehr wisse, was man machen kann. Inzwischen war es natürlich schon wieder Abend geworden und in Indien sind sie 3,5 Stunden voraus. Jetzt ist es Donnerstagmorgen. Ich habe mir die halbe Nacht überlegt wie man die Koffer öffnen könnte. Ich kam zum Schluss, dass jetzt nur noch mit brachialer Gewalt die Koffer geöffnet werden können. Ich habe jetzt eine Instruktion geschrieben und eingezeichnet wie und wo man mit dem Winkelschleifer das Schloss öffnen kann. Während ich am Schreiben war, kam ein WhatsApp, dass sie jetzt ein Schlüssel nachmachen wollen. Das ist ein unmögliches Unterfangen, denn das habe ich in der Schweiz schon einmal versucht und ich war kläglich gescheitert, obwohl ich das von einem professionellen Schlüsseldienst machen liess. Die Show geht also weiter………

Update 4

 
Am Donnertag, den 25. Juli 2019, um 15.12 Uhr, habe ich ein WhatsApp von meinem Agenten bekommen, dass das Bike jetzt beim Zoll durch sei und dass sie einen Schlüssel nachmachen konnten. DJ hat mir gestern schon geschrieben, dass in Indien das möglich sei, was ich nicht glauben konnte. Nun haben sie mich eines Besseren belehrt. – sie können es. Ich staune. Freitag-Morgen bekomme ich ein Mail von unserem Transportunternehmen in Zürich, dass sie eine Nachricht von SkyBarge bekommen hätten und dass am Sonntag, den 28. Juli 2019 das Bike in Zürich ankommen werde. Sie würden das Bike nach Winterthur am Montag holen, wo ich es dann in Empfang nehmen könne. Das Carnet sei ebenfalls dabei. Nun hat sich doch noch alles zum Guten gewendet.

Datum: 19.07.2019         Ort: Gurugram  Kilometer: 0          Land: Indien

Ein ereignisreicher und frustrierender Tag geht dem Ende entgegen. Wie kann man nur so ineffizient sein? – aber nun von Anfang an. Gestern haben die von der Sky Barage noch gesagt, dass wir heute am Morgen früh eine Nachricht bekommen werden. Um 10 Uhr, nach dem Frühstück habe ich mir dann erlaubt, unserem Agenten ein WhatsApp zu schreiben und zu fragen wie der Stand der Dinge ist. Um 11 Uhr habe ich dann eine Antwort bekommen, dass ich jetzt das Bike in das Warehouse bringen kann. Ich schrieb Ihm zurück, dass wir um 12 Uhr dort sein werden. Pünktlich wie wir Schweizer sind, waren wir um 12.01 Uhr vor dem Warehouse. Das ist ein alter Schuppen, so ca. 10 x 10 Meter gross in einem richtig gehenden Slumviertel. Die Strassen sind, soweit man noch von Strassen sprechen kann, einfach scheisse und dies im wörtlichen Sinne. Es hat tiefste Gräben die mit Wasser gefüllt sind und rundherum ist einfach nur Pflotsch von Dreck und Fäkalien. Einfach nur «grusig». Das hiess einfach Beine anziehen und irgendwie durchfahren. Auf dieser «Strasse» verkehren Lastwagen genauso wie Autos, Fussgänger, Velos und natürlich auch Roller. Ein Mann sass in einem Sessel und winkte uns zu. Das hat uns schon ein bisschen zuversichtlicher gemacht, dass wir erwartet werden. Er wies mich an, über die Rampe in das Warehouse hinein zu fahren. Ich machte mich sofort daran, die Batterie abzuhängen und die Windschutzscheibe abzumontieren. Etwa 10 Minuten später kam auch noch unser Agent zu uns. Ich sagte Ihm, dass ich noch einen Schlauch brauche und ein Gefäss um das zu viel getankte Benzin abzupumpen. Dies habe ich Ihm gestern schon gesagt, dass ich das brauche. Man darf im Bike nur etwa 3 Liter Benzin haben, ansonsten wird das Bike nicht geflogen. Etwa eine Stunde wurde nun gewährweist, wie man das Benzin aus dem Tank bekommt. Einer von den herumstehenden Typen ging dann mal endlich los, um so einen Schlau zu organisieren. Als er zurück kam, kam er mit einem Schläuchlein, da müsste man ja Tage warten, bis endlich der Saft draussen wäre. Ich sagte Ihm, dass ich einen doppelt oder dreifach so grossen Schlauch benötige und dass die Petflasche viel zu klein wäre, denn etwa 20 Liter müssen abgepumpt werden. Endlich, nach einer gefühlten Stunde kam er wieder zurück mit einem tatsächlich grösseren Schlauch und voila, endlich konnte ich den Saft ablassen. In Ölflaschen und andere Petbehältnisse. Als wir endlich fertig waren kam unser Agent auf uns zu und sagte, dass das Warehouse doch nicht so gut sei, denn hier könnten sie, wegen den prekären Strassenverhältnissen, das Bike nicht aufladen. Ich müsste zu einem anderen Warehouse fahren, welches etwa 500 Meter entfernt sei. Das hiess für mich, die angeklebte Windschutzscheibe wieder vom Sitz zu nehmen und die Batterie wieder anzuhängen. Ich sagte Melanie, sie solle hier warten und ich fahre hinter meinem Agenten, welcher auch mit einem Roller unterwegs ist, zum anderen Warehouse. Gesagt, getan. Wieder gings durch Strassen mit dem reinsten Pflotsch und Morast. Als ich beim anderen Warehouse ankam, traf mich fast der Schlag. Da war ein Podest auf rund einem Meter zwanzig und das Motorrad muss auf dieses Podest. Wie um Himmels willen soll ich das machen? Eine BMW kann viel, ja wirklich viel, aber fliegen habe ich sie noch nie gesehen. Mit meinem Zeigefinger gab ich zu verstehen, dass das nicht möglich sei. Er deutete auf die Oberarme und sagte, dass wenn ein paar Männer kommen würden, das Bike auf diese Höhe gehoben werden könne. Ich sagte Ihm, dass das mindestens 350 Kilo seien und dass das unmöglich sei. Zwei Männer probierten dann an der Frontseite, das Bike zu heben, was sie nicht schafften. Wir sind ja in Indien und hier ist nichts unmöglich. Jetzt wurden alte Pneus, welche auf der Strasse herumlagen, aufeinander geschichtet und zuletzt eine Palette darauf gelegt. So macht man auf indisch eine Rampe. Anschliessend musste ich das Motorrad in dem Morast drehen und vor die Rampe stellen. Dann den Motor abstellen und die Gangschaltung auf Neutral stellen. Anschliessend schoben etwa 6 Männer das Bike die Rampe hoch und endlich stand das Bike auf dieser so begehrten Rampe. Jetzt hiess es wieder Batterie abhängen und die Pole mit Klebeband abzukleben. Schweissgebadet, es sind jetzt 36 Grad, machten wir, das heisst mein Agent und ich, auf den Fussweg zurück zu Melanie, welche im anderen Warehouse gewartet hat, Dort behändigten wir uns unserer Töffjacken und Helmen und schritten wieder zurück zu Skybarage, welche etwa 500 Meter entfernt war. Dort angekommen, mein T-Shirt hätte man auswinden können, wurden wir zu Chefin ins Büro gebracht, wo wir auf den schwarzen Ledersessel platz nehmen durften. Ich fragte sie, wie es jetzt mit der Bezahlung sei. Die Antwort war, dass jetzt erst mal das Bike verpackt werden müsse und sie erst dann wisse, was der Preis sei. Ich frage mich einfach, was haben die in den letzten drei Tagen gemacht? Sie hätten das Bike bereits am Mittwoch haben und verpacken können. Dann sagte sie, dass sie jetzt ein Formular ausfüllen müsse und das der Fluggesellschaft zusenden werde. Ich gehe davon aus, dass dies elektronisch geht. Nun, wir sassen da und warteten und warteten. Sie beschied uns dann, dass morgen der Zoll nicht arbeitet und das gleiche auch am Sonntag. Sie könnten das erst am Montag machen. Ich sagte Ihr dass wir Morgen fliegen werden. Mit grossen Augen stand sie da. Morgen? Yes. Wir haben zwar die Flüge noch nicht gebucht aber wir wollen Morgen fliegen. Sie glaube, dass ich noch mit meinem Pass zum Zoll kommen müsse, damit alles akzeptiert werden würde. Dann kam wieder ein anderer Mann hinein und sagte, dass das vielleicht schon gehe. Dann sprach ich noch mein Carnet an. Dieses muss ich unbedingt haben. Dass sei kein Problem, dieses könne man auch per Kurier in die Schweiz schicken. Nach einer guten Stunde sagte sie zu uns, dass wir jetzt gehen könnten, sie würde sich dann bei uns melden. Was heisst dann? Heute bitte schön. Ich will wissen was jetzt Sache ist. Ich sagte ihr nochmals, dass ich heute meine und nicht dann. Sie merkte langsam, dass mein Geduldsfaden nur noch sehr dünn war und wirklich zu reissen drohte. Gleichzeitig bat sie mich, noch mit dem Buchen der Flüge zuzuwarten, bis sie alle Informationen hätte. Das hätte man schon seit drei Tagen machen können!!!!!! – aber wir sind in Indien!!!!! – Das braucht Nerven, dass glaubt mir keiner. Meinem Agenten habe ich gesagt, dass dieses Prozedere in der Schweiz 10 Minuten geht und nicht mehr. Er stand da und sagte lapidar, wir sind in Indien. Nun was heisst das für uns, es ist jetzt 16.45 Uhr und wir sind wieder im Hotel, dass wir einfach auf den Anruf oder das WhatsApp warten müssen. Warten, ach wie liebe ich warten. Ich glaube jetzt, dass wir erst am Montag-Abend fliegen können. Vielleicht, vielleicht, vielleicht…….. Weiteres dann in meinem nächsten Bericht.

Update
 
Wie wir vermutet haben. Der Frust sitzt tief. Wir haben jetzt, es ist jetzt 18 Uhr, die Nachricht erhalten, dass wir morgen nicht fliegen können. Der Zoll will unsere originalen Pässe und die Fahrlizenz für die Freigabe des Carnets sehen. Ich habe DJ und DEBU angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass wir wirklich enttäuscht von dieser Ineffizienz in Indien sind. DJ hat noch mit meinem Agenten gesprochen aber eben, auch er kann nicht hexen. Nun bleiben wir halt bis Montag oder Dienstag. Was auch immer…………………..

Datum: 18.07.2019         Ort: Gurugram  Kilometer: 0          Land: Indien

 
Gestern Morgen nach dem Frühstück haben wir ein Taxi auf 10 Uhr bestellt um zu Skybarrage, unser Transportunternehmen, welches unser Bike wieder in die Schweiz zurück sendet, zu fahren. Natürlich war das Taxi nicht da und uns wurde mitgeteilt, dass das Taxi erst eine halbe Stunde später kommen wird. Der Koordinator vom Hotel fragte uns, ob wir ein Uber-Taxi wollen und wir bejahten. 10 Minuten später stand unser Taxi da. Auf ging’s zu Skybarrage. 5,7 Kilometer ist die Fahrdistanz. Mehr als eine halbe Stunde haben wir dafür benötigt. Stau und nochmals Stau. Endlich angekommen, es war jetzt schon 11 Uhr gingen wir hinein. Ein hallo kam uns entgegen und was können wir für sie tun. Wir sagten, dass wir unser Bike wieder nach Zürich in die Schweiz zurück schicken möchten und ob sie dies für uns machen könnten. Natürlich, war die Antwort. Die Chefin bestellte Irfan, er hatte schon den Import für uns gemacht, zu uns. Er verlangte von uns das Carnet, Kopien meines Passes und den Fahrausweis. Die Kopien musste ich dann auch noch unterschreiben. Wir fragten wie lange das Prozedere denn gehen soll. Die Chefin antwortete etwa 2 Tage. Nun gut, etwa 1 Stunde später war dies mal organisiert. Wir verliessen das Büro, welches in einer hinteren Nebenstrasse an einem unglaublich dreckigen Ort ist zu Fuss auf die Hauptstrasse. Letztes Mal konnten wir problemlos ein Taxi anhalten und mit dem ins Hotel zurückfahren. Dieses Mal wars wie verhext. Kein Taxi und die Tuck-Tucks, welche wir fragten, lehnten unser Begehren ab und fuhren davon. Wie von einer höheren Macht, stand plötzlich der Barman von unserem Hotel mit seinem Roller neben uns und fragte, ob er uns helfen könne. Ich sagte natürlich ja gerne und ob er für uns ein Uber-Taxi bestellen könne. Kein Problem. Innert 10 Minuten stand das Taxi da, welches uns wohlbehalten wieder ins Hotel zurück brachte. Am Mittag haben wir abermals ein Taxi genommen und sind inst die benachbarte Shopping-Mal gefahren. Benachbart heisst etwa 600 Meter Luftlinie, doch muss man mit dem Taxi hin, denn die Route wird von einer riesigen Autobahn getrennt. Die Fahrt dauerte etwa 10 Minuten. Diese Mal ist riesig und es hat ein Haufen Leute. Dort schlenderten wir durch die 6 oder 7 Stockwerke. Wir kamen uns vor wie auf einer Wanderung. Ein Geschäft reiht sich an das Andere. Ein Brand nach dem Anderen. Nike, Adidas, Tissot, alles was so Rang und Namen hat. Nach 3 Stunden hatten wir genug und fuhren wider mit einem Uber-Taxi zurück ins Hotel. Von Irfan (Skybarrage) haben wir nicht mehr gehört und gingen davon aus, dass alles ok ist. Heute Morgen habe ich Irfan ein WhatsApp geschrieben und angefragt, wie der Status sei betreffen Bkie-Transport. Prompt kam von Ihm die Meldung, dass ich nochmals vorbeikommen muss um eine Unterschrift auf einem Schreiben zu geben. Also wieder Uber-Taxi zur beschriebenen Agency. Nach der Unterschrift teilte man uns mit, dass das noch mindestens 2 Tage in Anspruch nehmen wird. Der Zoll etc. Bei uns geht das Ganze 10 Minuten aber bei indischen Verhältnissen geht das einfach vieeeeeeeeeeeeeeeeel länger. Ich rechne jetzt auch wieder mit einem Tag länger und weil dann Sonntag ist wird es sicher Montag. Für uns heisst das jetzt einfach still zu halten und Geduld zu üben. Wir gehen am Mittag nochmals in die Mal und kaufen uns dort einen mittleren Koffer, damit wir einen Teil unserer Habseligkeiten darin verstauen können. Irgendwann kommt dann eine Nachricht, dass wir jetzt das Bike bringen können. Das muss dann nichts sonderliches heissen, ausser, dass wir dann keinen Zugriff mehr zum Bike haben und unsere Kleider nicht mehr im Bike verstauen können. Irfan hat versprochen, dass er Morgen «Früh» uns eine Nachricht übermitteln wird, wie der Stand sei. Was heisst «Früh»? Dass ist dann die Überraschung. Alles weitere im nächsten Bericht.

Datum: 16.07.2019         Ort: Gurugram  Kilometer: 332          Land: Indien

 
Heute nach dem Frühstück war wieder einmal packen angesagt. Den Regenanzug mussten wir beim Start schon anziehen. Dann ging es los Richtung Gurugram. Es hat «geschifft» wie aus Kübeln. Meistens konnte man nur die ganz rechte Spur nehmen, da die Anderen in einen See verwandelt wurden. Wenn man so einen See erwischte, zum Beispiel bei einem Überholmanöver, dann gab es eine Fontaine wie wenn ein Panzer in diese Glunge gefahren wäre. Das war mehrheitlich sehr gefährlich, denn man fuhr so mit 60 – 80 Stundenkilometer. Irgendwann, sah ich schemenhaft ein Restaurant an der Seite und wir hielten an. Wir tropften von Kopf bis Fuss. Wie geschlagene Hunde begaben wir uns auf den gedeckten Vorplatz und liessen uns nieder. Je ein Cappuccino gabs. Während dessen prasselte es unaufhörlich herunter. Nach einer guten halben Stunde wagten wir uns wieder aufs Bike. Kaum abgefahren ging es schon wieder los. Man sieht kaum etwas und die Seeen, welche sich gebildet haben konnte man gar nicht mehr recht erkennen. Etwa 30 Kilometer vor Gurugam, übrigens ein Vorort von Delhi, ging der Regen stark zurück und bald waren die Strassen trocken. Als wir im Hotel angekommen waren luden wir das Bike ab und bezogen unser Zimmer. Wir waren froh gut angekommen zu sein. Als wir im Hotelrestaurant eine Cola tranken habe ich zu Melanie gesagt, dass kann es doch nicht sein diese Fahrerei. Dies wird in den nächsten Wochen genauso weitergehen. In Nepal haben sie Erdrutsche und Überschwemmungen und DJ hat mir auch schon geschrieben und gesagt, dass Nepal sehr unsicher mit dem Wetter sei. Wir sollen uns das nochmals Überlegen, überhaupt dort hin zu fahren. Leh mit dem Kardung la mussten wir schon abschreiben und Nepal nun auch und je weiter südlich wir kommen, regnet es weiterhin. So macht das Bikefahren keinen Sinn. Nun haben Melanie und ich heute um 18 Uhr gemeinsam beschlossen unsere Reise abzubrechen. Wir werden morgen alles in die Hand nehmen um den Bike-Rücktransport zu organisieren. Dies wird sicher einige Tage in Anspruch nehmen. Alles weitere Infos folgen.

Datum: 14./15.07.2019    Ort: Chandigarh  Kilometer: 238          Land: Indien

 
Nach dem Frühstück ging es los mit der Organisation des abgeändertem Routenplans, damit ich unserem Guide in Myanmar mitteilen kann, wann wir den Border zu Myanmar machen können. Dies musste ich mit allen Eventualitäten koordinieren. Bis ich alle meine Unterlagen für die Beantragung (Fotos von uns und vom Bike, Fahrzeugausweis, Fahrerlizenz. Pass- und Visakopie und den internationalen Fahrausweis) dauerte es einige Stunden. Dann kam noch das Problem dazu, dass die Fotos für das Mail zu gross waren. Bis ich diese wieder mit einer niedrigen Auflösung angepasst hatte, dauerte es einfach. Anschliessend ging es in de nahe gelegenen Mal, wo wir ein bisschen die Läden beschnupperten. Kaufen konnten wir ja so oder so nichts, da schlichtweg der Platz fehlt. Am Abend haben wir uns auf der Mal-Fress-Meile verpflegt. Wir gingen in den PizzaHut. Einfach mal kein indisches Essen stand auf unserem Plan. Zum Abschluss genehmigten wir uns in unserem Hotel an der Hotelbar noch einen kleinen indischen Rum. Schmeckte hervorragend.

 
Anderntags, also heute, haben wir nach dem Frühstück unser Bike gepackt. Natürlich nicht ohne dass noch ein Foto vom Hotel-Manager gemacht wurde, mitsamt seiner Securety-Enturage welche um da Bike herumstanden. Mit Pipapo fuhren wir dann los Richtung Chandigarh. Nach rund 3 Kilometer mussten wir bereits wieder anhalten um unsere Regenanzüge zu montieren. Der Regen war nicht so stark aber zum nass werden alle mal. Bei einer Autobahnzahlstelle hielten wir an und machten eine Pause. Wir hatten das Gefühl, dass dieser Platz recht gut gewählt ist, damit wir unsere Pause ungestört abhalten können. Weit gefehlt! Innert kürze stand ein Auto da und der Fahrer sagte uns, dass er bei der Einfahrt uns gesehen habe und er extra gewendet habe um mit uns zu sprechen. Kurze Zeit später hielten andere Autos und Mofafahrer an. Die Pause war natürlich im Eimer. Nochmals einige Minuten später stand ein blaues Auto neben uns. Heraus stiegen ein Kameramann und ein Reporter. Er fragte von wo und wie und blablabla. Er fragte uns ob er ein Beitrag fürs indische Fernsehen machen dürfe. Schlussendlich willigten wir uns ein und der Dreh konnte beginnen. Ich musste meinen Pass zeigen mit dem Schweizerkreuz und als er unseren Namen las, blieb im fast die Spucke weg. Killer?! Yes! Das ist unser Name. Nach etwa 10 Minuten war dann das Ding im Kasten und er verabschiedete sich. Er sagte noch von welchem Sender er kommt, aber den Namen konnte ich auf Hindi kaum verstehen und wissen tue ich Ihn auch nicht mehr. Nach der Eimer-Pause stiegen wir sofort wieder aufs Bike und fuhren weiter. Es ging recht zügig voran. Ab und zu regnete es wieder ein bisschen aber wirklich nicht fest. Irgendwann bemerkten wir, dass wir einen Verfolger an unserem Hinterrad hatten. Etwa eine Viertelstunde später kam er auf gleiche Höhe und zeigte mit dem Daumen nach oben und hing sich wieder an unser Hinterrad. Nach etwa 50 Kilometer sahen wir einen MC Donald und wir beschlossen, dort eine Pause einzulegen. Schwups waren die Verfolger auch da. Sie haben gleich neben uns parkiert. Sie kamen auf uns zu und fragten natürlich wieder und blablabla. Sie seien auch Harley-Biker und sie möchten uns gerne zum Kaffee einladen, was wir einfach ablehnen konnten. Beim Kaffee stellte sich dann heraus, dass das auch Kollegen oder Freunde von DJ und DEBU waren. Die Welt ist schon klein – man kann es kaum glauben. Man ist in einem Land mit 1,3 Milliarden Menschen und genau die, die man trifft, kennen sich auch wieder. Natürlich wurden Telefonnummern und Facebook-Adressen ausgetauscht und nach dem längeren Zwischenhalt konnten wir uns auf den Rest der Strecke nach Chandigarh machen. Im Hotel angekommen, stand erst Duschen auf der Tagesordnung. Heute Abend werden wir uns im Hoteleigenen Restaurant verpflegen und Morgen geht es weiter. Wie’s gewesen ist erfahrt ihr später in meinem nächsten Bericht.

Datum: 13.07.2019         Ort: Amritsar  Kilometer: 0          Land: Indien

Heute konnten wir es wieder einmal ruhiger angehen lassen. Es stand keine Fahrt auf dem Programm. Wir nahmen heute nach dem Frühstück ein Taxi und sind in die Stadt Amritsar hinein gefahren. Dort suchten wir den golden Tempel auf und besuchten das Museum. In die Tempelanlagen durfte man nicht hineingehen. Das ist nur für Gläubige erlaubt. Dennoch konnten wir ein paar Fotos machen. Anschliessend ging es wieder mit einem Tuck-Tuck zurück zum Hotel. Um 16 Uhr fuhren wir dann zum Border. Dass war ein riesen Spektakel. Etwa geschätzte 10'000 Leute waren da und vollführten Tänze zu rhythmischer indischer Musik. Das ist jeden Abend das gleiche Ritual. Seit 1959, also mehr als 50 Jahren, geht das gleiche Ritual ab. Der Border zu Pakistan ist der Einzige, der Indien mit Pakistan verbindet. Das Spektakel findet auf beiden Seiten in der gleichen Art und Weise statt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass auf der pakistanischen Seite, die Tribünen wesentlich kleiner sind. Es hat ja auch viel wenige Einwohner in Pakistan. Abends von 18 bis 19 Uhr wird die jeweilige Fahne mit diesem Ritual beidseits heruntergelassen und andern Tags, für die Öffnung wieder aufgehängt. Es war wirklich eindrücklich und die halbstündige Fahrt mit dem Taxi hat sich wirklich gelohnt. Nebenbei gesagt ist das Ganze auch noch Gratis und alle Ausländer werden als VIP-Gäste behandelt und haben immer einen reservierten Sitzplatz. Erst waren wir ein bisschen skeptisch ob wir überhaupt dorthin gehen sollten, doch im Nachhinein sind wir froh dies einmal gesehen zu haben. Es ist für uns kaum vorstellbar, dass das jeden Tag stattfindet und das seit mehr als 50 Jahren. Nach dem Spektakel ging es wieder ins Hotel zurück. Der Taxifahrer hat schön auf uns gewartet. Es dauerte zwar etwa eine halbe Stunde, bis wir das Gelände verlassen konnten, denn alle Anderen hatten dieselbe Idee! Tuck-Tuck’s, Autos und Cars in Hülle und Fülle. Als wir im Hotel angekommen waren, inzwischen war es 20.30Uhr gingen wir gleich zum Abendessen, denn wir hatten ausser dem Frühstück nichts gegessen, den ganzen Tag lang und hatten deshalb richtigen Hunger. Das Essen war ausgezeichnet.

Langsam kommt bei uns ein bisschen Frust auf, denn das Wetter macht uns ein gehörigen Schnitt durch unsere Planung. Wie weit wir auch schauen, hat der Wetterbericht nur noch schlechtes Wetter in Aussicht. Manali, oder auch über die andere Seite über Srinagar ist Dauerregen angesagt. Das heisst für uns, dass wir wahrscheinlich auf die Kaschmir-Tour verzichten müssen. Im Vollschiff über die Pässe und nicht immer gut ausgebauten Strassen ist wirklich kein Schleck und kann unter Umständen noch gefährlich werden. Man muss auf diesen Strecken von rund 200 Kilometer am Tag mit 8 – 9 Stunden Fahrzeit rechnen und das bei trockenen Verhältnissen! Die durchschnittliche Geschwindigkeit kann sich jetzt jeder selber ausrechnen. Uns wäre es wirklich gleich einige Tage zu warten, aber soweit das Auge reicht ist nur noch Regen angesagt. Wir werden jetzt wieder nach Chandigarh zurück fahren und unser nächstes Ziel Nepal ins Visier nehmen. Ich habe mit DJ und DEBU gesprochen und auch sie sind der Ansicht, dass das die beste Option für uns ist. Sie würden auch nicht fahren. Das hat uns natürlich in unserer Meinungsbildung bestärkt. DJ hat den Vorschlag gemacht, dass ich ja noch einmal kommen könne und wir dann zusammen mit einem gemieteten Royal Endfield-Bike die Kaschmir-Tour nachholen könne. Das wäre doch eine gute Option und eventuell kommt dann auch der Eine oder Andere mit auf ein Zwei-Wöchiges Bike Abendteuer.

Diese Planungsänderung bringt uns jetzt natürlich ein bisschen in Zugzwang. DEBU hat uns eine Kontaktadresse nach Myanmar gegeben. Das ist ein Guide den wir so oder so brauchen für Myanmar. Für die Reservation dieses Guides braucht es natürlich auch eine gewisse Vorlaufszeit, damit dann alles am Border zu Myanmar klappt. Damit wir die Umplanung in Ruhe in Angriff nehmen können, werden wir noch einen Tag länger in Amritsar bleiben und eine Tagesplanung ausarbeiten. Weitere Nachrichten werden folgen.

Datum: 12.07.2019         Ort: Amritsar  Kilometer: 225          Land: Indien
 
Heute sind wir um 7 Uhr aufgestanden und anschliessend zu Frühstück gegangen. Heute müssen wir nicht pressieren, denn es schüttet wie aus Kübeln. Nach einem kurzen Check unserer Wetter-App sollte es ab 9 Uhr nicht mehr regnen. Um 9 Uhr liess der Regen dann tatsächlich nach und wir machten uns auf unser Bike zu packen. Es war immer noch Wolkenverhangen aber kein Regen mehr. Just, als wir das Bike besteigen wollen, fing es wieder leicht an zu regnen. Sollen wir die Anzüge anziehen, war nun die Frage. Melanie meinte nein und ich eigentlich ja. Wir beschlossen dann Melanies Variante. Wir kamen nicht 5 Kilometer weit. Wir mussten auf der Strecke die Regenanzüge unverzüglich anziehen. Das mache ich einfach nicht mehr. Es ist die grösste Scheisse, wenn man bereits nass in die Regenanzüge einsteigen muss. Wir hätten es viel einfacher gehabt, wenn wir im Hotel die Regenanzüge bereits angezogen hätten. Nun, man lernt nie aus! Der Regen wurde immer stärker und ich musste in den Regenmodus zurückschalten. Das Wasser stand teilweise Centimeter tief auf der Strasse. Immer wieder stand das Wasser wie ein See vor uns. Ich beobachtete immer die Autos, die vor uns fuhren um die richtige Spur zu nehmen. Wenn es Löcher hat, sieht man diese unmöglich und das kann dann bös ins Auge gehen. Ich konnte einen Lastwagen beobachten, der uns links überholte und plötzlich wie aus dem Nichts in ein Loch geriet. Der ganze Truck neigte sich bedrohlich auf die Seite und ich hatte das Gefühl, dass es nicht mehr viel gebraucht hätte, dass der Truck auf die Seite geflogen wäre. Nach etwa 80 Kilometer ging dann der Regen merklich zurück und wir entledigten uns unserer Regenanzüge bei der nächsten Pause. Die Temperaturen bewegten sich immer so zwischen 24 – 32 Grad. Zum Teil recht angenehm währe da nicht die hohe Luftfeuchtigkeit. In unserem Palmares können wir jetzt auch noch einen weiteren Verkehrsteilnehmer auf den Indischen Autobahnen aufnehmen. Nämlich ein Elefant. Wir hatten schon Kühe, Büffel, Affen, Hunde, Katzen aber noch nie einen Elefant. Die Fahrt heute dauerte nur etwa 5 Stunden inklusive zwei kleinen Pausen. Um 14 Uhr kamen wir im Hotel in Amritsar an. Nach einem kurzen Check-In wurden wir aufs Zimmer gebracht. Die Fahrt ansonsten war von der Umgebung recht schön. Sehr viele Reisfelder säumten die Strassen. Die Dörfer selber, die wir durchfuhren waren meist einen Graus. Die Hauptstrasse ist geteert und die Seitenstrassen sind der reinste Plotter. Der mit dem Regen vermischte Dreck stand knöcheltief. Zum Glück müssen wir hier nicht leben. Manchmal denke ich, wenn alle 1,3 Milliarden Inder einen Tag aufräumen würden, würde das Leben hier doch viel schöner sein. Mir scheint, dass das hier niemanden in den Sinn kommt. Ich glaube die blenden das einfach weg oder haben einfach keine Lust dazu. Es gibt so ein Sprichwort für Inder, welches wie folgt lautet: INDER KANN MAN NICHT VERSTEHEN, DENN INDER MUSS MAN NICHT VERSTEHEN. Was auch immer dies aussagen soll, weiss der Kuckuck. Es lässt sich aber das Eine oder Andere davon ableiten. Wir bleiben jetzt zwei Tage in Amristar. Morgen werden wir den Goldenen Tempel und andere Sehenswürdigkeiten besichtigen. Es wird ein bikefreier Tag werden. Bis bald.

Datum: 11.07.2019         Ort: Chandigarh  Kilometer: 302          Land: Indien

Heute sind wir nach dem Frühstück um 8 Uhr losgefahren. Eine Stunde früher als gestern, um der Hitze ein bisschen entgegenzuwirken. Als ich das Bike anliess zeigte das Thermometer bereits wieder 34 Grad und stieg auf den ersten paar Kilometer bereits wieder auf hitzige 38 Grad. Keine Spur von Abkühlung. Bereits das Beladen des Bikes drückte unsere Schweissperlen aus allen Poren hervor. Vor der Abfahrt musste natürlich noch ein Foto gemacht werden mit dem ganzen Sicherheitspersonal und dem Chef des Hauses. Man kann es kaum glauben, dass ein Bike ein solcher Hype auslösen kann. Das erscheint uns manchmal mehr als peinlich. Melanies Haare sind auch so ein Fotojuset. Melanie ist schon auf X Fotos drauf von wildfremden Leuten. Die kommen einfach zu Ihr und fragen ob sie ein Foto mit Ihr zusammen machen dürfen. Ich stehe manchmal da und frage mich: «Und was ist mit mir?» Aber keine Sau interessiert sich für mich! Komme mir manchmal vor wie das 5 Rad am Wagen. Dies ist natürlich nur Spass, das versteht sich von selbst. Auch haben wir jetzt herausgefunden, wie wir den Fragen betreffend des Bikes aus dem Wege gehen können. Indem dass wir sagen, dass wir kein englisch können, ist die Konversation meistens beendet. Normalerweise machen sie nur noch einige Fotos vom Bike und manchmal müssen wir halt noch hinstehen. Beim Beladen des Bikes heute Morgen kam ein Gast des Hotels in dem wir übernachtet hatten auf uns zu und fragte uns, ob wir die Schweizer seien, die mit DEBU unterwegs waren. Erstaunt beantworteten wir die Frage natürlich mit JA. Er verfolge schon seit Jahren DEBU auf Instagram und hätte uns gesehen auf einem Foto, welches DEBU gepostet hat. Er gab uns die Hand und wünschte uns weiterhin eine Gute Reise. Als wir mit DEBU und DJ in Mumbai am Strand unterwegs waren, kamen auch zwei Jungs auf DJ und DEBU zu und wollten ein Selfie mit Ihnen machen. Und das in einer 20 Millionen-Stadt, man glaubt es kaum. Die sind bekannt wie bunte Hunde. Und das nur wegen ein bisschen Töfffahren. DJ und DEBU erzählten auch, als sie von Ihrer Reise nach Hause gekommen seien, wäre die «halbe» Stadt auf den Beinen gewesen. Radio und Fernsehen mussten sie Rede und Antwort stehen und eine riesige Menschenmenge umgaben sie. Die Hauptstrasse wurde gesperrt und die Bikes durften sie auf einer Bühne parkieren. Sie zeigten uns ein Film davon. Mir viel fast der Laden runter. Ich sagte den Beiden, dass als ich nach Hause gekommen bin kein Schwein da war. Natürlich habe ich das auch nicht erwartet und ich reise mit meinem Bike nicht für andere und mir wäre so ein Empfang mehr als peinlich. Nun gut, kommen wir wieder zurück zu unserer Fahrt von heute. Für die ersten 50 Kilometer hatten wir gut zwei Stunden. Unser Navi führte uns ein bisschen um Delhi herum. Aber was heisst herum. Delhi ist einfach eine Riesenstadt. Nach den 50 Kilometer hatten wir immer noch das Gefühl, dass wir in der Stadt wären. Nach den besagten zwei Stunden hielten wir bei einem kleinen Restaurant mit Klima-Anlage an und entdeckten noch zwei Biker die nach Leh wollen. Es waren zwei Inder aus dem Süden, welche mit Ihren Royal Enflields unterwegs waren. Nach einem kurzen Schwatz gingen wir in den gekühlten Bereich des Restaurants und tranken dort eine Cola. Nach einer Viertelstunde ging es weiter und die Strassen, bzw. der Verkehr liess es zu, dass wir ungefähr 80 Stundenkilometer fahren konnten. Wir hatten das Gefühl, dass es recht flott vorwärts ging. Die Temperaturen bewegte sich immer im hohen dreissiger Bereich. Jacke auf und die Kinnlade des Helms nach oben, war die Devise. Nach gute einer Stunde entdeckten wir eine Burger King und hielten an, um uns ein wenig zu verpflegen. Anschliessend bestiegen wir unser Bike wieder. Allerdings sahen wir dunkle Wolken am Himmel und wir befürchteten, dass es bald zu regnen beginnen könnte. Den Regenanzug liessen wir noch im Koffer. Plötzlich, nach etwa einem oder zwei Kilometer kam ein Wind auf, welcher uns mächtig um die Ohren blies. Plötzlich ein Temperatur-Sturz. Bei Abfahrt noch 38 Grad auf der Anzeige und nach etwa 4 Kilometer nur noch 28 Grad. Tat das gut. Man kann es kaum nachvollziehen wie gut das tat. Wir jubelten fast und sagten uns wie angenehm das sei. Kurze Zeit später fing es an zu tröpfeln aber nicht mehr. Nach gut 6 Stunden kamen wir dann in Chandigarh wohlbehalten an. Der Regen setzte auf den letzten 50 Kilometer immer wieder ein und kurze Zeit später war es schon wieder vorbei. In Chandigarh hatten wir 24 Grad auf der Anzeige. Richtig angenehm. Nach dem kurzen Check-In stand natürlich duschen etc. auf dem Programm. Es ist herrlich relativ früh am geplanten Ort zu sein. Morgen geht es weiter nach Amristar. Dort bleiben wir sicher zwei Tage. Amristar ist nur etwa 40 Kilometer von der Pakistanischen Grenze entfernt. Der Goldene Tempel der Sikh, sowie die Besichtigung der Grenze steht dann auf dem Programm. Alles weitere in meinem nächsten Bericht.

Datum: 10.07.2019         Ort: Gurugram Kilometer: 312          Land: Indien

Nach dem Frühstück ging es ans Laden unseres Bikes. So gegen 9 Uhr fuhren wir los Richtung Gurugram. Anfangs war es recht Mühsam mit den Strassen. Diese waren recht kaputt und nur Zwei-Spurig. Das braucht dann einfach Zeit. Nach genau 7 Stunden kamen wir in Gurugram an. Einen kleinen Cola-Stopp inbegriffen. Zwischenhinein gabs auch mal mehrspurige Strassen, wo man um 100 Stundenkilometer fahren konnte. Der Verkehr in Indien ist schon haarsträubend. Das ist noch gelinde gesagt. Da sind Rinder, Hunde, Fussgänger, Velos, Ochsenkarren, Tuck-Tuck’s, Autos, Trucks und Busse immer präsent. Von den vielen Geisterfahrer ganz abgesehen. Es ist einfach unglaublich dass hier nicht mehr passiert. Einige Trucks-Unfälle haben wir auch schon gesehen, aber mit Autos noch keinen. Es gilt einfach das Gesetz des Stärkeren. Erst die Trucks und Busse und dann die Kleinen. Die Fussgänger zuletzt. Die 40 Grad und mehr setzten uns heute richtig zu, denn es war unheimlich schwül. Die letzten 30 Kilometer in den Vorort von Delhi hatten es in sich. Das Navi führte uns nicht direkt zum Hotel. Erst nach längerem Suchen wurden wir dann fündig. Schweissgebadet haben wir uns in der Hotelhalle erstmal abgekühlt. Der Check-In wurde an der Reception selbständig gemacht. Natürlich mussten wir dazu unsere Pässe abgeben. Nach dem Ablad und dem Parken des Bikes ging es sofort unter die wohltuende Dusche, welche unsere Lebensgeister wieder weckte. Morgen geht es nach Chandigarh. Wir haben beschlossen, dass wir morgen ein Stunde früher abfahren werden, um dieser verdammten Hitze ein wenig entgegen zu wirken. Mehr darüber dann im nächsten Bericht.

Datum: 9.07.2019 Ort: Gwalior Kilometer: 456     Land: Indien

Mit einem Kaffee im Bauch fuhren wir um 9 Uhr los in Indore. Nach einer letzten Verabschiedung von DJ und dessen Frau fuhren wir los aus der Stadt Richtung Shivpur unserer nächsten Station. Wir kamen sehr gut voran und konnten meist auf guten Strassen mit 80 bis 100 Stundenkilometer fahren. Als wir in Shivpur im empfohlenen Hotel ankamen, sagte man uns, dass das Hotel ausgebucht sei. Scheisse und nochmals Scheisse. Über Booking konnten wir das Hotel nicht reservieren und mussten aufs Gratwohl dort hin. Was nun, Shivpur hat sonst keine rechten Hotels. Also machten wir uns auf nach Gwalior, dort konnten wir ein Radisson reservieren. Gwalior ist nochmals 117 Kilometer weit entfernt. Auf dem GPS gab es uns rund zwei Stunden an. Als wir losfahren wollten braute sich ein riesiges Gewitter zusammen und die ersten Tropfen vielen schon. Wir entschlossen uns sofort die Regenanzüge anzuziehen. Während dem Anziehen unter dem gedeckten Vorplatz des Hotels schüttete es wie aus Kübeln und an eine Abfahrt war gar nicht zu denken. Nach etwa einer halben Stunde liess dann der Regen etwas nach und wir beschlossen, jetzt los zu fahren. Nach gut zwei Stunden kamen wir dann im Radisson in Gwalior recht müde an. Nach einer ausgiebigen Dusche gingen wir sofort ins hoteleigene Restaurant, denn wir hatten richtig Hunger. Wir hatten ja den ganzen Tag nichts, wirklich nichts gegessen. Inzwischen war es 19.30 Uhr gewesen. Nach dem guten und reichhaltigen Nachtessen legten wir uns Müde ins Bett.

Datum: 7. - 8.07.2019     Ort: Mumbai/Indore  Kilometer: 0          Land: Indien

Gestern holte uns DEBU dann um 19.30 Uhr ab und fuhren zu seinem Restaurant. Seinem? Wir durften erfahren, dass er nicht nur dieses hat, sondern auch noch ausserhalb eines von Mumbai. Ausserdem hat er noch eine grosse Farm. DJ sagte, dass diese riesig sei. Als wir in seinem Restaurant ankamen haben wir gedacht wir seien die Könige. Jedenfalls wurde er von seinem Personal so behandelt. Das Restaurant war riesig. Speisesaal da und einer hier und einer dort. Da noch ein Pup und wieder eine Bar. Mir blieb fast die Spucke weg. Nachdem wir Platz nahmen, ging es schon los mit Vorspeise da und Vorspeise dort. Nach den Vorspeisen hatten wir eigentlich schon genug. Zum Abschluss gab es dann noch einen Rum, der mir fast so gut schmeckte, wie der im Hof Weissbad bei Andy. Gegen 23 Uhr wurden wir vom Chauffeur im Hotel abgeladen. Am anderen Morgen wurden wir wieder von DEBU und DJ, er kam erst heute mit dem Flieger an, abgeholt. Wir fuhren von einem Aussichtspunkt zum Anderen. Das Eingangstor Mumbais am Hafen, sowie das grösste Hotel Indiens, das Taj Hotel, welches 2011 von einer Terrorgruppe angegriffen wurde. Am Mittag besuchten wir noch einen Freund von DJ und DEBU etwas ausserhalb von Mumbai. Auf der Rückreise wurden wir von DEBU wieder eingeladen in seinem anderen Restaurant. Wiederum riesig. Ich fragte wie viele Angestellte er den hätte. Er sagte 150. Das erstaunt mich nicht mehr. Erstens sind die Arbeiter hier recht günstig und zweitens kann ein Service-Angestellter nicht die Bestellung aufnehmen und auch noch das Bestellte bringen. Da sind mindestens schon drei involviert. Bei uns wäre man schon am ersten Tag pleite. Es gesellten sich immer mehr Freunde von DEBU und DJ dazu. Allesamt sehr nett und angenehm. Der Rum floss in Strömen. Während des ganzen Abends wurden alle verpflegt mit guten Spezialitäten aus Indien. Hauptsächlich Fisch und Krustentiere, welche wir sehr gerne hatten. Um 24 Uhr wurden wir von seinem Chauffeur wieder zu unserem Hotel gebracht. Die Fahrt dauerte rund eine Stunde. Todmüde gingen wir ins Bett. Wir haben dann noch mit DEBU abgemacht, wann er uns abholt für an den Flughafen. Punkt 8.30 Uhr stand DEBU mit seinem Chauffeur vor unserem Hotel, welches wir dann bestiegen. Die Fahrt dauerte für die 8 Kilometer eine Stunde und 20 Minuten. Es schüttete wie aus Kübeln und Stau und nochmals Stau. Das Wasser auf der Strasse stand teilweise mindestens 20 Centimeter hoch. Als wir endlich am Flughafen ankamen, verabschiedeten wir uns blitzartig, denn der Flieger geht um 10.35 Uhr. Wir hasteten an den verschiedenen Kontrollen vorbei und zum Check-In Schalter. Die Dame runzelte die Stirn und sagte uns, dass wir nicht so hetzen hätten müssen, denn das Flugzeug sei verspätet und fliege erst so gegen 12.30 Uhr. Nun ja, jetzt konnten wir es ja gemütlich angehen lassen. Wir suchten noch einen Bankomaten wo wir noch das Geld für unsere Flüge herauslassen konnten. Gegen 13 Uhr ging dann unser Flugi los und nach gut anderthalb Stunden kamen wir in Indore an. Dort stand bereits DJ’s Chauffeur und lud uns und unser Gepäck ins Auto ein. Kaum waren wir bei DJ’s Zuhause angekommen, stand bereits wieder Besichtigung eines Tempels in Indore auf dem Programm. DJ’s Frau kam auch mit. Nach gute 2 Stunden fuhren wir wieder nach Hause. Dort ging es gleich weiter mit der Planung unserer Tour. Wir haben jetzt einen Plan ausgearbeitet, welcher über 25 Steps verfügt. Inklusive Nepal und Eintritt Myanmar’s. Um 21.30 Uhr fuhren wir zu viert zum Abendessen in ein nahegelegens Restaurant, wo es italienische Spezialitäten gab, welche uns sehr schmeckten. Heute ist der letzte Tag bei DJ’s. Morgen sind wir wieder selbständig und fahren los, Richtung Leh. Wir müssen sagen, dass wir niemals mit soviel Gastfreundschaft gerechnet haben. Wir durften nie, aber auch gar nie unser Portemonnaie zücken. Dies wurde uns wirsch mitgeteilt. Wir seien Gäste in Indien und solange sie mit uns seien hätten wir nichts zu bezahlen. Einzig die Flüge, da konnten wir uns durchsetzen. Von uns gibt es einfach nur ein riesiges «DANKESCHÖN»

Datum: 3. - 6.07.2019     Ort: Indore/Agra   Kilometer: 0          Land: Indien

Verschiedenes ist passiert in den letzten Tagen. Wir sind, wie bereits angekündigt am 3. Juli, nach Agra geflogen. Von einem Freund DJ stand bereits sein Fahrer bereit, der uns zum Hotel brachte. Ein wirklich schönes Hotel mit allem Drum und Dran. Abends hatte DJ schon mit einigen Kollegen abgemacht. Um 19 Uhr trafen wir uns an der Pool-Bar im ersten Stock. Natürlich fliessen da einige Whiskys und Bier. Dazu servierten sie uns sehr schön angerichtete Appetizers. Anschliessend ging es ins Restaurant für den Hauptgang. Melanie und ich mochten fast nichts mehr essen. Die Vorspeisen waren bereits zuviel des Guten. Am Ende durften wir nicht mal bezahlen, obwohl ich heftigst intervenierte. Anschliessend ging es in die wohlverdiente Nachtruhe. Anderntags mussten wir früh aufstehen. Pünktlich um 6 Uhr trafen wir uns mit DJ in der Hotellobby. Ein Kaffee zum Frühstück, das wars und schon sitzten wir im Auto von DJ Freund mit Fahrer, welcher uns zum Tai Mahal fuhr, welcher etwa 6 Kilometer von unserem Hotel entfernt war. Beim Eingang zu Taj Mahal stand schon unser Deutsch-Führer bereit und begleitete uns zum Eingang. Er erzählte uns ein bisschen die Geschichte vom Taj Mahal während wir zum Eingangstor schlenderten. Wir waren froh, dass wir die Führung so früh gebucht hatten, denn später prügelt die Sonne unbarmherzig auf uns ein. Das Bauwerk, welches zu einem der sieben Weltwunder gehört, stand uns in der aufgehenden Sonne in voller Pracht da. Es war wirklich eindrücklich. Nebenbei wurden wir vom Führer immer wieder mit neuen Informationen versorgt. Im Innern des Taj Mahal darf man nicht fotografieren. Dort sind die Gräber vom Maharadscha und seiner Ehefrau. Die Frau starb während der Geburt Ihres vierzehnten Kindes. Nach der etwa 3 Stündigen Besichtigung machten wir eine Pause in einem nahegelegenen Cafe, wo wir noch ein Sandwich zu uns nahmen. Dann ging es weiter zum roten Fort. Auch das war sehr eindrücklich. Unser Führer klärte uns über die Kolonialzeit auf, was uns sehr interessierte. Inzwischen wurde es immer heisser und wir suchten dauernd die kleinen Schattenplätze, welche uns ein wenig von der Sonne schützten. Gegen Mittag war die Besichtigung dann abgeschlossen und fuhren dann zum Hotel zurück um unseren Schaf, welcher gestern ein wenig zu kurz kam, nachzuholen. Der ganze Nachmittag hatten wir «Frei». Wir genossen das Hotel und eine Massage hatte ich auch noch bestellt. Abends gingen wir dann ins hoteleigene Restaurant und haben uns dort gut verpflegt. Am Morgen des 5. Julis stand die Rückreise nach Indore auf dem Programm. Um 8.30 Uhr wurden wir wieder vom Fahrer abgeholt und zum Flughafen gebracht. Das ist ein kleiner Militärflughafen, welcher auch zivil genutzt wird. Es hat weder ein Restaurant noch andere Shops. Dann ging die Warterei los. Mensch haben wir gewartet. Erst hiess es, dass Flugzeug habe Verspätung, dann hiess es der Flug wurde gestrichen und endlich, um 16.30 Uhr soll unser Flug gehen. Und tatsächlich wurden wir aufgerufen um unser Check-In zu machen. Den Koffer aufgeben und durch die Kontrollen gehen. Wir warteten in der Abflughalle auf unser Boarding. Als um 17 Uhr immer noch kein Flugzeug gelandet war, machte sich bei mir langsam der Frust breit. Inzwischen hatte es heftigst angefangen zu Regnen. Und wie kann es anders sein, plötzlich stand da eine Dame mittleren Alters und teilte uns mit, dass das Flugzeug drei Mal landen wollte und wegen des Gewitters die Landung nicht machen konnte. Der Flug würde für heute abgesagt! Scheisse und nochmals scheisse. Was jetzt? DJ telefonierte unaufhörlich herum. Wie kommen wir jetzt weg. Mit dem Zug. Dort hat es nur noch einen Platz!. Mit dem Taxi die 600 Kilometer machen. Zu teuer! Jetzt bleibt nur noch der Schlafbus. Dort hat er für uns noch drei Plätze ergattern können. Abfahrt um 21 Uhr. Nun haben wir ja noch ein bisschen Zeit. DJ telefonierte einem Bikerfreund, welcher ein sehr schönes Pup hat. Dahin wurden wir mit einem Tuck-Tuck chauffiert. Auch diese Fahrt war sehr eindrücklich. Dort wurden wir aufs herzlichste empfangen und natürlich auf entsprechend verpflegt. Der Hunger hat sich natürlich über den ganzen Tag auch schon einige Male gemeldet. Anschliessend fuhren wir mit einem Uber-Taxi zur besagten Busstelle, wo auch unser Bus stand. Wir bezogen die uns zugewiesenen Kojen und legten uns hin. Kaum hatten wir uns einquartiert ging es auch schon los. Ganze 12 Stunden ging die Fahrt. Schlafen war wirklich Mangelware und wir waren froh, endlich wieder in Indore zu sein. Natürlich ist unser Flug nach Mumbai auch flöten gegangen. Um 9.35 Uhr wäre unser Flug gewesen. Der Fahrer von DJ stand bereits auf dem Busparkplatz wo wir einsteigen konnten und ab gings zu DJ zuhause. Dort angekommen machten wir uns sofort auf, unseren neuen Flug nach Mumbai zu buchen. Unser Nächster Termin war also 13 Uhr. In der Zwischenzeit machten wir es uns unter der wohlverdienten Dusche breit. Die ganze Rückfahrt von Agra hat jetzt genau 25 Stunden gedauert. Eigentlich ein Wahnsinn! Nun ja, wir haben jetzt auch mal im Schlafwagen geschlafen, was sehr abenteuerlich war. Um 11.30 Uhr ging es schon wieder an den Flughafen von Indore. Nach dem Check-In passierten wir sofort den Xrai-Check und warteten auf unser Flugzeug, welches dann auch pünktlich abflog. Pünktlich in Mumbai gelandet klingelte es schon von DEBU. Er warte mit seinem Fahrer vor dem Flughafen. Nach einer herzlichen Begrüssung fuhren wir ins nahegelegen Hotel, welches er für uns reservierte. Er hätte über DJ erfahren, was uns gestern passierte und wir hätten sicher noch ein wenig aufholpotenial betreffend unseres Schlafmangels. Er käme heute Abend um 19.30 Uhr uns abholen und dann gehen wir in ein indisches Restaurant zum Abendessen. Morgen besuche er dann mit uns die verschiedenen Sehenswürdigkeiten von Mumbai. Ein spannender Tag geht langsam dem Ende entgegen. Weitere Neuigkeiten dann in meinem nächsten Bericht.

Datum: 1./2.07.2019        Ort: Indore  Kilometer:   386          Land: Indien

Pünktlich um 5 Uhr sind wir bei angenehmen 26 Grad in Udaipur gestartet. Es war noch Dunkel. Die Strassen waren wie leergefegt. Am frühen Morgen ist alles noch am Schlafen. Wir kamen sehr zügig voran. Gegen 6 Uhr wurde es hell und das Leben auf der Strasse kam wieder zurück. Unbeirrt fuhren wir weiter und machten erst nach etwa zwei Stunden einen kurzen Halt. Die Fahrt verlief sehr unspektakulär. Um 12 Uhr fuhren wir in die Stadt Indore hinein und machten uns auf zu unserem Hotel, welches wir gestern reserviert hatten. Zuerst war Abladen und Check-In angesagt und sofort nach dem Zimmerbezug, standen wir unter die wohltuende Dusche. Natürlich hat sich auch DJ gemeldet und gefragt, ob wir denn schon abgefahren seien. Als ich ihm antwortete, dass wir bereits im Hotel in Indore seien, war er sprachlos. Er sagte, dass er uns in seinem Haus erwartet hätte und wieso ich ein Hotel reserviert hätte. Ich habe Ihm bereits in Udaipur gesagt, dass wir in ein Hotel gehen und nicht bei Ihm zur Last fallen wollen. Auf alle Fälle war er von unserem Manöver nicht so angetan. Er sagte dass er jetzt ins Hotel kommen werde. Etwa eine Stunde später stand er da. Da wir kein Frühstück in Udaipur gehabt hatten, meldet sich bei uns der Hunger und gingen im Hotelrestaurant etwas kleines essen. Dort fand er uns dann. Nach einer herzlichen Begrüssung, sagte er uns, dass wir unbedingt zu Ihm nach Hause kommen sollen. Ich sagte ihm, dass wir so gegen drei Uhr ein Hoteltaxi nehmen und dies auch machen werden. Er sagte, auf keinen Fall. Wenn wir ein Taxi brauchen, schicke er uns seinen Fahrer, der uns überall hinbringen wird. Fahrer? Ja, er habe einen Fahrer und fahre nie selber. Kurze Zeit später stand sein Fahrer an unserem Tisch mit einem Blumenstrauss und einer Blumenkette für mich. Das sei seine Begrüssung für uns in Indien. Wir staunten nicht schlecht. Nachher sagte er, dass wir jetzt zusammen in ein schönes Kaffee fahren werden und anschliessend bringe er uns wieder zurück ins Hotel, damit wir uns von unserer Fahrt erholen können. Um 19 Uhr wurden wir wieder abgeholt zum Dinner. Wir fuhren etwa 30 Kilometer ausserhalb von Indore in ein schönes Hotel wo wir sehr gut verpflegt wurden. Einige Töffkollegen gesellten sich auch noch zu uns. Um 24 Uhr war dann Schluss. Der Fahrer brachte uns wieder wohlbehalten zurück in unser Hotel. Wir mussten DJ versprechen, dass wir am anderen Morgen zu Ihm nach Hause kommen werden – was wir jetzt wirklich nicht ausschlagen konnten. Pünktlich um 10 Uhr stand sein Fahrer vor dem Hotel. Als ich an der Reception das Zimmer bezahlen wollte, sagte man mir, dass alles bereits bezahlt wurde! Was soll ich da sagen? Es geht einfach nur über ein DANKE! Melanie sass im Auto und ich fuhr mit dem Bike hinterher, durch das Getümmel von Autos, Cars und einer riesigen Anzahl von kleinen Moppets. DJ hat in einem Mehrfamilienhaus die obersten zwei Appartments. Hier durften wir unser Zimmer beziehen. Seine Hausangestellten bereiteten bereits den Lunch vor. Ich habe DJ gesagt, dass ich am Abend vorher zuviel gegessen hätte und ich es mit dem Magen nicht all zu gut hätte. Ich würde gerne auf den Lunch verzichten und nur ein wenig Früchte essen, was er verstand. Er hat uns jetzt noch seinen Plan für die nächsten Tage mitgeteilt. Morgen fliegen wir nach Agra, wo wir den Tuch Mahal besichtigen werden. Anderntags fliegen wir wieder zurück und schlafen eine Nacht in Indore. Am anderen Tag fliegen wir nach Mumbai zu DEBU. Dort bleiben wir 2 oder 3 Tage und fliegen wieder zurück nach Indore. Dann brechen wir dann zusammen auf nach Manali. Dort müssen wir dann schauen, wie es mit dem Wetter steht um auf den Kardung La zu kommen. Das sind so unsere Pläne für die nächsten zwei Wochen. Melanie und ich sind wirklich erstaunt über so viel Gastfreundschaft. Wir freuen uns auf weitere spannende Tage.

Datum: 30.06.2019         Ort: Udaipur         Kilometer:   0          Land: Indien

Gestern wurden wir besucht von einem Freund von DJ & DEBU. Den Namen habe ich leider vergessen. Wir haben recht Mühe die indischen Namen zu behalten. Pünktlich um 18.30 Uhr standen zwei jüngere nette Typen bei uns in der Lobby und stellten sich kurz vor. Der Eine hatte einen grossen Blumenstrauss in der Hand und überreichte den Melanie mit einem Gruss von DEBU. Völlig perplex nahm Melanie den Strauss entgegen. Wir baten die Beiden in der Bar platz zu nehmen und bestellten ein Bier. Der eine erzählte ein bisschen von sich und wir natürlich ein wenig von uns. Fragen wohin und wie und wo wurden natürlich auch gestellt, welche wir natürlich gerne beantworteten. Nach einer guten Stunde verabschiedeten sich die Beiden wieder und wir gingen im Hotel zum Abendessen, welches wieder ausgezeichnet war. Kurz nach dem Nachtessen klingelte das Telefon und wieder war der nette Herr mit dem Blumenstrauss am anderen Ende. Er möchte uns heute mit einem anderen Freund zum Lunch einladen. Er komme uns um 13 Uhr abholen. Gerne nahmen wir das Angebot an. Nach dem ausgezeichneten Frühstück gingen wir wieder aufs Zimmer, wo wir unsere neu gewaschene Wäsche wieder in unserem Taschenkoffer verstauen konnten. Punkt 13 Uhr stand der Wagen vor unserem Hotel wo einsteigen durften. Er kurvte uns glaube ich zum schönsten Restaurant Udaipurs. Wir hatten im 7. Stock eine herrliche Aussicht. Dort wurden wir an einen grossen Tisch platziert und eine halbe Stunde später gesellte sich auch noch wiederum ein sehr netter Herr zu uns. Das Essen war sehr gut. Wir verbrachten gut drei Stunden dort. Natürlich wurde viel erzählt und gefragt. Sie gaben uns für morgen noch Tipps welche Route wir nehmen sollen, damit wir die 390 Kilometer so einfach als möglich bewältigen können. Als es ums bezahlen ging, intervenierte ich, dass ich das gerne übernehmen möchte. Ich hatte einfach keine Chance. Es blieb uns nur, schön danke zu sagen, was wir natürlich sehr gerne taten. Wir wurden dann wieder zu unserem Hotel zurückgebracht, wo wir uns in der Lobby aufhielten, denn draussen brannte die Sonne wieder unerbittlich. Eigentlich hatten wir noch vor den Palast zu besichtigen, was wir aber jetzt verworfen haben. Denn dazu ist es einfach zu heiss. Morgen geht es nun wieder um 5 Uhr weiter nach Indore in DJ home. Auf dem GPS wird uns 7 Stunden angegeben. Das wird dann sicher wieder warm bis brandheiss. Dort werden wir unsere Bike bei DJ zuhause deponieren. Anderntags oder etwas später fliegen wir nach Mumbai zu DEBU. DJ wird uns begleiten. Heute machen wir nicht mehr viel. Wir werden wieder im Hotel zu Abend essen und relativ früh ins Bett gehen, damit wir um 4 Uhr ausgeschlafen sind, wenn unser Wecker klingelt.

Datum: 28/29..06.2019    Ort: Udaipur         Kilometer:   261          Land: Indien

Nach einem geniale Frühstück in diesem Super-Hotel. Da muss man nicht mal selbst ans Frühstücksbuffet, sondern da wird vom Kellner das gewünschte gebracht. Von Eier bis irgendwas – alles haben sie. Um 11 Uhr waren wir pünktlich in der Hotel-Lobby und warteten auf den Driver von DEBU. Wir warteten eine gute Stunde. Dass ich so lange gewartet habe erstaunt mich eigentlich heute noch. Um 12 Uhr gingen wir an die Reception und bestellten selbst einen Driver mit Auto und fuhren los in die Stadt. Der spuhlte sein ganzes Programm herunter. Für 4 Stunden mussten wir gut Fr. 20 bezahlen, was sich alleweil lohnte. Ein Fort, ein Palast und ein Museum besuchten wir. Das Einkaufshaus liessen wir dankbar aus. Zum Fort mussten wir an der prallen Sonne ein steile Strasse hinaufgehen. Es war so ca. 800 bis 1000 Meter an der prallen Sonne mit etwa 46 Grad am Schatten. Wir sind auf gut Deutsch gesagt fast gestorben. Schweissgebadet und völlig ausser Atem kamen wir auf dem besagten Hügel an und mussten uns erstmal in einem kleinen Kaffee mit einer kühlen Cola stärken. Wieso wir uns das antun, fragten wir uns. Nun ja, wir sind ja nur einmal hier. Wir besichtigten dann das Fort im Eiltempo. Alles war unklimatisiert und liessen darum die obersten Stockwerke aus. Nach gut drei Stunden war unser Fahrt dann zu Ende und wir verkrochen uns wieder auf unser Zimmer. Erst mal ein Dusche in im kühlen Zimmer die Temperatur wieder herunterfahren. Heute Abend um 20 Uhr werden wir wieder abgeholt von einem Familienfreund von DJ. Dieser kam sehr pünktlich. Ausserordentlich für Indien. Sie führten uns aus in ein picfeines Restaurant von Jodpur. Da wird einem der Stuhl beim absitzen zurechtgerückt und die Serviette ordentlich auf die Knie gelegt. Die beiden waren sehr unterhaltsam und gaben uns eine Menge Tipps. Nach einem sehr guten Nachtessen wurden wir gegen 23.30 Uhr wieder bei unserem Hotel abgesetzt. Unsere Nacht wird jetzt sehr kurz, denn um 4 Uhr klingelt unser Wecker. Pünktlich um 5 Uhr sind wir nach dem Check-Out aus dem Hotel Richtung Udaipur abgefahren. Die Temperaturen standen so bei 31 Grad und ein kleines angenehmes Lüftchen ging. So gegen 5.30 Uhr wird es dann hell. Die Strassen waren meist leer ausser von ein paar Trucks. Wir fuhren volle zwei Stunden durch bis zur ersten Pause. Diese machten wir in einem kleinen Waldstück am Schatten am Rande der Strasse. Wir hatten gut ausgesucht und wurden von niemanden angequatscht oder um Selfis gebeten. Um 10 Uhr kamen wir bereits in Udaipur im Hotel Radisson blu an. Auch das ein Superschuppen. Wir bezahlen hier etwa 35 Franken pro Person. In der Schweiz würde das zehnfache bei weitem nicht reichen. Die Temperaturen bewegten sich auf der Fahrt von 31 Grad bis 27 Grad in Udaipur. Wir hatten sogar ein kleines Pässchen zu bewältigen. Die Lastwagen fuhren im Schritttempo, welche man leicht überholen konnte. Es ist schon noch etwas ungewohnt rechts zu überholen, doch wird sich das sicher mit der Zeit legen. Meine Fotografin Melanie machte fleissig Fotos während der Fahrt. Wenn mal ein Elefant auf der Strasse war, waren wir schon wieder daran vorbei. Auch Affen haben wir gesehen, welche sich am Strassenrand tummelten. Im jetzigen Hotel haben wir unsere Wäsche in die Loundry gegeben. Die werden wir bis heute Abend wieder bekommen. Um 17 Uhr hat sich wieder ein Herr bei uns gemeldet. Ich glaube er ist ebenfalls ein Freund von DJ und DEBU. Er kommt um 18.30 Uhr. Es wird einfach nie langweilig. Ständig haben wir Termine oder da hin und wieder dorthin. Wie der heutige Abend dann sein wird schreibe ich im nächsten Bericht.

Datum: 27.06.2019         Ort: Jodhpur         Kilometer:   340          Land: Indien

Heute sind wir pünktlich um 5 Uhr losgefahren. Um 4 Uhr hatte de Wecker geklingelt. Nach der Morgentoilette haben wir noch fertig gepackt und sind runter in die Hotellobby. Dort haben wir beide noch einen Kaffee getrunken. Anschliessend fuhr ich das Bike von der Tiefgarage hoch vor den Eingang des Hotels, wo wir das Bike mit dem Gepäck ausstatteten. Die Temperatur bewegte sich um 32 Grad und ein leichtes angenehmes Lüftchen blies. Es war noch richtig dunkel. Auf der angrenzenden Hauptstrasse war fast kein Verkehr. Wir schwangen uns in den Sattel und los konnte es gehen nach Jodhpur. Schnell waren wir aus des Stadt raus. Unser GPS führte uns zielsicher in die richtige Richtung. Wir hatten das Gefühl, dass nur wir und einige Lastwagen unterwegs waren. So kommen wir natürlich gut voran und die Zeit von 5 Stunden, die unser GPS uns vorgab sollten wir so problemlos erreichen. Ich konnte die meiste Zeit zwischen 80 und 100 Stundenkilometer fahren. Die Lastwagen musste ich manchmal links und manchmal wieder rechts überholen. Manchmal war auch die Situation so, dass auf den unsrigen 3 Spuren gleich drei Lastwagen nebeneinander fuhren. Da musste man dann abbremsen und einfach warten, bis einer vorne lag, wo man dann zwischendurch hindurchschlüpfen konnte. Nach etwa 200 Kilometer machten wir eine Pause. Wir suchten uns ein Ort in einer kleinen Nebenstrasse, wo wir ein wenig Schatten hatten und keine Leute in Sichtweite waren. So glaubten wir zumindest. Kaum waren wir abgestiegen, stand ein Motorrad, mit Sozius neben uns mit einer Hand am Natel. Man glaubt es kaum. Innert 10 Minuten standen 30 Leute um uns herum und palaverten auf uns ein. Zum glück konnte niemand englisch, sodass wir keine Antwort geben mussten. Natürlich mussten wir wieder für Föteli stramm stehen und lächeln. Nach ein paar Schluck Wasser haben wir unseren Halt beendet und sind weitergefahren. Natürlich nicht ohne mit der typischen Handbewegung uns auf indisch zu verabschieden. Das Thermometer stand jetzt immer so auf 32 Grad. Mit offener Jacke und geöffnetem Visier war die Fahrt nicht zu heiss. Als wir uns Jodhpur näherten hielten wir nochmals an, um unser Hotel auf dem GPS einzugeben. Inzwischen stiegen auch die Temperaturen gegen 36 Grad und wir waren froh, dass wir nur noch etwa 20 Kilometer fahren mussten. Um 10 Uhr waren wir bereits im Hotel angekommen und gingen rein an die Reception, welche angenehm klimatisiert war. Wir haben hier ein wirklich schönes Hotel über Booking gebucht. 5 Sterne! Was wir ja sonst nie machen. Als wir den Preis gesehen haben, konnten wir nicht wiederstehen. Wir bezahlen hier jetzt 40 Franken pro Person. Es ist alles vom feinsten. Es hat eine schöne Poolanlage verschiedene Restaurants und wirklich ein wunderschönes Zimmer. Zum Pool muss ich noch sagen, dass dieser kaum benutzbar ist. Die Temperaturanzeige steht auf 38 Grad! Von Abkühlung keine Spur. Ich glaubte zuerst der Anzeige nicht ganz, doch als ich meinen Fuss ins Wasser hielt musste ich dies für war nehmen. Natürlich, wie könnte es anders sein, klingelte das Telefon mit DEBU auf der anderen Seite. Ob alles geklappte habe und was wir jetzt machen. Ich erklärte ihm, dass wir zwei 60-jährige seien und wir uns jetzt von der Fahrt ein bisschen erholen müssen. Er fragte uns, ob wir morgen auch wieder eine Besichtigungs-Tour machen werden. Ich sagte ja, denn das Hotel habe eine ausgeschrieben. Er sagte wiederum sofort, dass wir Morgen um 11 Uhr wieder ein Privattaxi haben werden, der mit uns eine Tour machen werde. Ich konnte einfach nur danke sagen. Nach Dusche und einer ausgiebigen Siesta gingen wir dann ins schöne Restaurant im Hotel. Dort wurde uns der Stuhl beim hinsitzen zurechtgerückt und uns die Serviette auf unsere Beine drapiert. Dann wurde uns die Karte überreicht, die verschiedene leckere Speisen beinhaltete. Wir bestellten ein Thai-Curry und ein Poulet mit Kartoffelstock. Beides war hervorragend. Da ich es mit meinem Magen seit einigen Tagen nicht mehr so gut hatte, verschwanden wir bald wieder aufs Zimmer und genossen unseren verdienten Schlaf. Wir freuen uns auf das morgige Frühstücksbuffet und auf den Stadtrundgang. Darüber berichte ich dann Morgen.

Datum: 26.06.2019         Ort: Jaipur   Kilometer:   0          Land: Indien

Gestern Abend hat noch DEBU angerufen und gefragt, wie es gehe. Ich sagte ihm, dass wir gut in Jaipur angekommen sind und dass die Hitze natürlich uns ein wenig zugesetzt habe. Er fragte uns was wir Morgen, also heute machen  werden. Ich sagte Ihm, dass wir ein Taxi nehmen und uns die Stadt anschauen gehen. Er sagte uns, dass wir nichts machen müssen. Er werde alles organisieren und fragte uns wann wir los wollen. Ich sagte Ihm, so um 11 Uhr. Kurze Zeit später kam wieder ein Anruf von Ihm und DEBU sagte, dass uns um 11 Uhr ein Taxi mit Fahrer abholen wird. Er werde alle Sehenswürdigkeiten von Jaipur mit uns anschauen gehen, bzw. uns an die Orte führen. Herzlichen Dank können wir dazu nur sagen. Pünktlich, naja wenn man die Indische Pünktlichkeit einberechnet war das immer noch pünktlich Um 11.15 Uhr war der Fahrer mit Auto beim Hotel und wir durften einsteigen. Erst fuhr er mit uns ins Albert Hall-Museum dass wir von aussen und von innen besichtigen durften. Es war wirklich eindrücklich wenn nur die verdammte Hitze nicht wäre. Anschliessend ging es weiter zu einem Edelsteinschleifer. Der zeigte uns, wie man die Smaragde, Rubine etc. schleifen muss. Natürlich wollte der uns auch noch einen oder zwei verkaufen, was wir dankend ablehnten. Weiter ging es an einen See mit einem kleinen Schloss darauf. Dass wäre der Sommersitz für die Frau des Maharadscha. Von weitem sah der See recht schön aus. Doch bei genauerem Hinsehen sah man auch hier den Dreck, der im See schlummerte. Anschliessend ging es weiter zum Palast des Maharadscha. Eine Hälfte ist öffentlich zum besichtigen und in der anderen Hälfte lebt der Maharadscha persönlich. Auch diese Tour beendeten wir schweissgebadet. Zum Schluss ging es ins Fort hinauf. Durch enge Gassen fuhren wir hoch auf den Hügel. Der Guide sagte, dass die Mauer ganze zwölf Kilometer lang sei. Diese konnte man recht gut auf den Hügeln rund herum ausmachen. Der Taxifahrer sagte uns, dass er jetzt mit dem kulturellen Teil durch sei und wir jetzt sagen dürfen, wohin wir noch möchten. Nach gut 4 Stunden hatten wir genug und freuten uns, dass wir wieder ins Hotel zurückfuhren. Als es ans Bezahlen ging, sagte der freundliche Taxifahrer, dass alles bereits beglichen sei. Erstaunt darüber haben wir uns mit einem schönen Trinkgeld von Ihm verabschiedet. In der Hotelhalle haben wir uns mit einem erfrischenden Cola gestärkt und sind aufs Zimmer und sofort unter die Dusche gestanden. Kurze Zeit später kam ein Telefon von einem unserer sogenannten Helfer. Der wurde von DJ und DEBU eingespannt, damit es uns an nichts fehle. Er fragte mich, wie die Tour gewesen sei und ob wir für heute Abend nochmals ein Taxi benötigen würden. Wir verneinten und sagten, dass wir heute im Hotel essen werden. Wieder 5 Minuten später klingelte es schon wieder. DJ am Apparat. Was ist eurer weiterer Plan. Ich sagte ihm, dass wir Morgen um 5 Uhr nach Jodhpur fahren werden. Sofort kam die Frage in welchem Hotel wir seien. Er werde schauen, dass wir auch dort betreut würden. Das kann ja noch heiter werden! Aber was solls, es ist ja gut gemeint und wir können uns sicher noch revanchieren. Dieses Mal haben wir ein Hotel zirka 10 Kilometer ausserhalb von Jodphur gebucht. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass wie hier in Jaipur drei Kilometer einfach zu wenig sind, denn wir sind immer noch mitten in dieser Stadt und wenn man bedenkt, dass Jodhpur die zeitgrösste Stadt von Indien ist, werden die 10 Kilometer sicher auch noch recht nahe am Zentrum sein. Wie dann alles abläuft schreibe ich dann im nächsten Bericht.

Datum: 25.06.2019         Ort: Jaipur   Kilometer:   256          Land: Indie
 
Nun, heute kann es los gehen, war die Devise heute Morgen. Um 5.15 Uhr weckte uns unser Natel. Eine halbe Stunde später standen wir in der Hotellobby und gingen in den Frühstückraum um wenigstens noch einen Kaffee zu trinken. Sogar Indi-Gipfeli hatte es auf dem Buffet. Diese haben wir dann als gestrige taxiert und sind dann mit unserem Hab und Gut in die Tiefgarage runter. Als wir unser Mopet gepackt hatten waren wir bereits schweissgebadet. Ich sagte Melanie, dass wir erst aus der Tiefgarage rausmüssen um das GPS zu programmieren. Wir fuhren hoch und hielten nochmals vor der Ausfahrt des Hotels an um das GPS, sowie mein Natel zu programmieren. Ich gab erstmal Jaipur ein und plante, bevor wir in die Stadt hineinfahren, nochmals einen Halt machen um das Hotel IBIS von Jaipur, welches wir gestern noch reserviert hatten, einzugeben. Die Temperaturanzeige auf unserem Bike gab 31 Grad an. Eigentlich schon sehr warm aber gegen später wird es dann noch viel wärmer. Um 6.38 Uhr fuhren wir dann los. Alles lief wie am Schnürchen. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und die Ausfahrt von rund 30 Kilometer aus Dehli gestaltete sich Problemlos. Was heisst Problemlos. Wir fuhren meist auf einer sogenannten «Schnellstrasse». Das heisst, dass ich die erlaubten 80 Stundenkilometer kaum einmal überschritten habe. Mehrheitlich bewegt man sich im 50iger oder 60iger Bereich. Die Schnellstrassen sind meist 6-Spurig. Ich habe immer noch nicht herausgefunden, ob jetzt die Linke oder die Rechte Spur die langsame ist. Auf jedenfall weis ich jetzt, dass die Lastwagen alle Rechte haben. Dann kommen die Busse, die Autos und zuletzt die Motorräder. Ich konnte heute etwa insgesamt 5 Minuten lang den Tempomat einschalten. Mehr ging nicht. Man muss immer auf der Hut sein. Sie kommen von links und von rechts. Ich selber überhole natürlich auch gerade so wie es passt. Da schreit kein Hahn danach was man darf und was nicht. Durch die Dörfer ist normalerweise 40 Angegeben und keiner hält sich daran. 60 bis 80 ist normal. Beeindruckend ist einfach der Schmutz und der Unrat der herumliegt. Die Kühe «weiden» im Abfall direkt an der Hauptstrasse. Einmal überquerte eine Schafherde, die sogenannte Schnellstrasse. Natürlich musste der ganze Verkehr anhalten, bis die Schäfchen auf der anderen Seite waren. Einen halbstündigen Zwischenhalte musste natürlich auch noch sein. Wir nahmen Jacken und Helme gerne ins Restaurant herein, denn dort war es angenehm kühl. Natürlich klimatisiert. Draussen konnten wir beobachten wie Leute immer wieder ans Bike heranstanden um Fotos zu machen. Nach unserem Zwischenhalt ging es weiter nach Jaipur. Bevor wir in die Stadt hineinfuhren hielt ich nochmals an, um das Hotel eingeben zu können. Es verging kaum ein Minute bis etwa 20 Leute um uns herumstanden. Inzwischen war es brandheiss geworden. Uns lief der Schweiss wie Bäche runter. Alle wollten wissen von wo und wie teuer etc. Das Übliche halt. Als wir wieder losfuhren, bemerkte ich auf meinem Natel, dass der Bildschirm schwarz wird und ich nichts mehr lesen konnte. Wieder anhalten war angesagt. Wieder standen 20 – 30 Leute um uns herum und palaverten auf uns ein. Mein Telefon ist heissgelaufen und verlangte eine Pause. Ich schaltete das Natel ganz ab um schnell wieder auf «Normaltemperatur» zu kommen. Das Natel war wirklich brandheiss. Wenn man es an den Unterarm hielt, zog man diesen unweigerlich sofort wieder zurück. Mir kam in den Sinn dass Melanie die Mapsme-Karte von Indien auch geladen hatte und schaltet dort dieses an mit der Hotel-Adresse. Dieses lief problemlos. Melanie navigierte uns mit dem Bike zu unserem Hotel. Dort angekommen hatten wir beide einen halben Kollaps. Wir luden nur noch schnell das Motorrad ab und stellten es in die Garage. Anschliessend einchecken und ab aufs Zimmer. Dort Duschen und eine halbstündige Erholung auf dem Bett tat wirklich gut. Wir haben jetzt gelernt, dass wir nicht mehr in grösseren Städten einfach so anhalten dürfen. Man kommt kaum mehr weg. Man hat sofort 20 – 30 Leute um einen herum. Alle wollen Fotos machen oder haben Fragen oder wollen sogar aufsitzen. Nun, niemand will einem böse und alle wollen ja nur helfen oder Fotos machen. Aber das kann auch nerven. Wir haben jetzt beschlossen, dass wir zwei Nächte hier bleiben werden. Morgen machen wir dann noch eine Stadtbesichtigung mit dem Taxi. Jaipur soll eine ganz schöne Stadt sein. Einige schöne Bauten haben wir schon bei der Einfahrt gesehen.

Datum: 23./24.06.2019    Ort: New Delhi       Kilometer:   0          Land: Indien

Gestern haben wir eigentlich fast nichts gemacht. Wir surften ein bisschen im Internet herum und lasen andere Reiseberichte. Unser Fazit ist, dass es anderen auch so erging und das einfach zu Indien gehört. Ist zwar ein kleiner Trost aber machen können wir ja nichts dagegen. Wir machten wieder unsere Rundgänge zu unserem ATM-Bankomaten und hoben immer wieder 10000 Rupien ab, damit wir für heute dann die 92000 Rupien zusammen hatten und die Rechnung bei unserem Agenten bezahlen können. Selbstverständlich auch für unseren Bedarf musste gesorgt sein, damit wir auch unser Hotel und sonstigen Ausgaben tätigen können. Am Abend sind wir dann wieder an die Foodmeile zum grossen Warenhaus gegangen. Melanie wollte heute endlich mal kein Poulet essen. Bei unserer letzten Visite haben wir ein Restaurant gesehen, welches mit europäischem Essen Werbung machte. Gerne nahmen wir auf einem uns zugewiesen Tisch Platz. Auf der Karte hatte es mehrheitlich italienische Küche. Wir bestellten Spaghetti bolognaise (vom Lamm) und Spaghetti mit Knoblauch und Peproncini. Als Vorspeise nahmen wir zusammen eine Portion Krevetten. Alles schmeckte uns ausgezeichnet. Allerdings tauschte Melanie Ihre Spaghetti bolo mit meinen. Die Bolo sei einfach zu scharf. Mir schmeckten beide und die Crevetten von vorhin waren super angerichtet und schmeckten auch entsprechend. Bei Fleisch ist die Auswahl wirklich klein. Es gibt eigentlich nur Poulet und Lamm. Beides haben wir probiert und schmeckte uns sowohl gekocht als auch fritiert. Rind und Schwein habe ich noch nirgends auf einer Karte gesehen. Rindfleisch essen die Inder sowieso nicht aber was ist mit Schwein? Das muss ich dann DJ oder DEBU fragen. Das Rind wird sehr verehrt in Indien. Es sei die Mutter der Nation und spende Ihr Leben lang Ihre Milch. So erklärte mir DJ ihre Abneigung zum Beef-Essen. Heute Morgen sind wir nach dem Frühstück so um 11.30 Uhr los mit dem Hotel-Taxi zum Office unseres Agenten. Ausgestattet mit unseren Rupien. Das Meiste in 500-Scheinen. Es hatte eine ansehnliche Beige gegeben. Als wir dort ankamen durften wir im Büro der Chefin platz nehmen. Unser Agent gesellte sich auch dazu und sagte, dass in etwa 15 Minuten unser Carnet hier sein werde. In der Zwischenzeit übergab ich Ihm die 92000 Rupien, welche er von mir in Cash verlangte. Nach dreimaligem Zählen kamen sie auch auf die verlangten 92000 Rupien. Für uns schien nun der Deal erledigt und warteten nur noch auf unser Carnet. Etwa 5 Minuten nach dem Zählen der Scheine sagte uns die Chefin, dass sie eine Bestätigung brauche für das viele Geld. Woher sollte ich jetzt eine Bestätigung herkriegen. Wir haben das Geld ja aus einem Bankomaten herausgelassen. Ob wir denn die Quittungen nicht aufgehoben hätten, welche uns der Bankomat ausgedruckt hätte? War die Frage. Nö, diese habe ich natürlich in den Papierkorb geworfen, denn eine Verwendung dafür haben wir schlicht nicht. Wir bekommen nach jeder Transaktion jeweils eine SMS, dass wir da und da um diese Zeit eine Transaktion vorgenommen hätten und das reicht uns alle Mal. Sie bräuchte unbedingt diese Zettel ansonsten für sie das Geld wertlos sei. Ich kann nicht zaubern und zwei Mal werde ich sicher kein Geld herauslassen. Inzwischen veränderte sich mein Gemüt von Gutwillig auf Zorn. Ich sagte Ihnen, dass ich keine Informationen von Ihnen bekommen hätte bezüglich den Quittungen. Sie hätten nur verlangt, dass ich den Betrag in Cash zu bezahlen hätte – und das habe ich gemacht. Mehr gibt es von mir nicht mehr. Die Chefin merkte dass mit mir jetzt nicht mehr gut Kirschen essen ist und wir waren inzwischen bereits eine Stunde in diesem Büro. Dem Taxi-Fahrer habe ich gesagt, dass wir ca. In einer halben Stunde wieder da seien. Plötzlich sagte die Chefin, dass ich von meinen Transaktionen ein Bild machen soll und per Watsup schicken soll. Diese Fotos musste sie dann auf Ihren PC senden und von da aus an den Drucker. Ausgedruckt musste ich jede Seite unterschreiben und von den Travelcashkarten wurden auch Ausdrucke gemacht, welche ich ebenfalls unterschreiben musste. Wie ist das kompliziert. Das haut einem ja aus dem Sockel mit soviel Bürokratie. Nach 75 Minuten durften wir dann das Office mit dem begehrten und unterschriebenen Carnet de passage verlassen. Der Taxifahrer wartete schön brav in einer Nebenstrasse. Er brachte uns dann wieder wohlbehalten in unser Hotel zurück. Endlich haben wir es geschafft. Morgen geht es los. Kurz nachdem wir im Hotel waren läutet mein Telefon. DEBU war dran. Er fragte wie jetzt der Status sei und war erfreut, dass ich alle Papiere habe. Ich sagte ihm, dass wir Morgen um 7 Uhr abfahren werden nach Jaipur. Er unterbrach mich sofort und sagte dass wir bereits um 6 Uhr losfahren sollen, denn da sei der Verkehr noch nicht so gross. OK, dann fahren wir halt um 6 Uhr ab. Wegen dieser Stunde spielt das auch keine Rolle und wenn man denkt wieviel wir in den letzten Tagen geschlafen haben, kann es bis Morgen gerne eine Stunde weniger sein. Als wir unser Zimmer aufsuchten, begannen wir sofort mit dem Kofferpacken. Das heisst: Dass alle Kleider für warm in den einen Koffer kommt und alle Kleider für kalt in den Anderen. So müssen wir bei Ankunft nicht immer beide Koffer leeren und nur den mitnehmen, welcher für uns wichtig ist. So kann man der Schlepperei ein bisschen entgegen wirken. Die Temperaturen sind halt immer noch himmlisch. Ich habe aber gehört bzw. gesehen, dass in der Schweiz auch eine Hitzewelle droht. Wir werden dann halt noch ein paar Grädchen mehr an Hitze ertragen müssen. Aber was solls. Irgendwann ist es einfach dann heiss. Nicht mehr und nicht weniger. Heute gibt es noch unseren Galgen-Znacht im Hotel und freuen uns auf Morgen, dass es endlich losgehen kann. Ab nach Jaipur unserer ersten Station. Weiteres dann in meinem nächsten Bericht.

Datum: 22.06.2019         Ort: New Delhi       Kilometer:   0          Land: Indien
 
Wie kann man nur solange schlafen, fragten wir uns als wir am Samstag-Morgen aufwachten. Es war geschlagen 9.30 Uhr. 10 Stunden am Stück, das muss bald als krank abgestempelt werden. Nun, wir hatten ja keinen Plan für heute, denn wir müssen ja nur bis Montag warten. Frühstück gibt es bis 10.30 Uhr, welches wir gemütlich zu uns nahmen. Nach dem Frühstück gingen wir an die Reception und verlängerten unseren Aufenthalt halt nochmals um drei Tage bis Dienstag. Wenn wir am Dienstag abfahren können, sind wir genau eine Woche im IBIS-Hotel in Delhi. Die Reservation ging ohne Probleme über die Bühne. Gestern sagte uns DJ, dass wir unbedingt eine Indische Simkarte besorgen sollen, denn wenn wir das Hotel verlassen würden, könnten sie mich nicht erreichen. Nebenan hat es ein grosses Einkaufszentrum. Wir waren am zweiten Tag bereits dort um uns mit etwas Wäsche zu versorgen, da wir ja keinen Zugriff auf unsere Bike hatten. Nun brauchen wir eine Simkarte. Am Informationsschalter im Warenhaus beschied man uns, dass es hier keine Simkarte gäbe und dass wir Stadt einwärts gehen müssten um an so eine Karte zu kommen. Als wir wieder zurückkamen ins Hotel fragten wir an der Reception wo wir so eine Karte bekommen könnten. Er sagte uns, dass es einen Vodafon-Laden etwa einen Kilometer entlang unserer Strasse gäbe. Dort hätten sie bestimmt Simkarten zum Verkauf. Er riet uns aber, diesen Marsch erst am Abend zu machen, denn an der prallen Sonne würden wir den Kilometer nur sehr schwer bewältigen. Wir nahmen den Rat gerne an, denn es sind bereits 200 Meter eine Tortur. Ich glaube an der Sonne hat es gegen 60 Grad das ist kaum zum Aushalten. Am Abend, wenn die Sonne nicht mehr scheint, ist es so um 38 Grad. Natürlich ist das auch heiss aber nicht mehr in den direkten Sonnenstrahlen. Wir sind dann um 18.30 Uhr an die besagte Adresse geschlendert und wie man es nicht für möglich halten kann, wurde der Laden geschlossen. Der Rollladen war schon auf halber Höhe. Nebenan sass nochmals jemand draussen von einem anderen Anbieter. Wir fragten Ihn nach einer Simkarte und der bejahte sofort. Wir müssten drei Läden weiter mit Ihm kommen um uns dort zu registrieren. Es wurden Fotos von unserem Pass und des Visums gemacht und die Simkarte freigeschaltet. Das alles war an einer Kreuzung mit Kreisel. Bis die Karte freigeschaltet war, dauerte es sicher 20 Minuten und wir standen draussen und beobachteten den Verkehr von einem immer dauernden Hupen begleitet. Einen stetigen Lärm und einen Gestank umgab uns. Wir fragten uns, wie wir unbeschadet hier über diese Kreuzung zurückkommen werden. Wir machten einen kleinen Plan. Erst dahin, dann dahin und weiter auf die Insel und wieder warten bis es wieder geht. Wir beobachteten natürlich auch die Einheimischen, wie die das machen. Als die Installation auf meinem Natel beendet war, machten wir uns auf den Heimweg zum Hotel. Unterwegs hörte ich dass Mails oder Watsup kamen. Im Hotel schaute ich dann nach, wer sich gemeldet hat. Es war auch unser Agent dabei. Er versprach uns gestern, dass wir von Ihm heute hören würden betreffend der Rechnung. Das Auslösen am Zoll mit all den Gebühren und des Agenten, sowie Lastwagentransport etc. kostet uns 92,000 Rupien. Zum Glück haben wir in den Vortagen bereits auf Vorrat Rial an einem nahestehenden ATM-Bancomat herausgelassen, sodass wir am Montag dies bar bezahlen können. Nach einem Gespräch mit DEBU mussten wir nun auch nochmals über die Planungsbücher. Agra lassen wir aussen vor. Der Tuch Mahal kann uns bei dieser Hitze gestohlen bleiben. Wir haben jetzt einen neuen Plan mit DEBU und DJ abgesprochen. Wir fahren am Dienstag bis nach Jaipur und anderntags nach Udajpur. Von Udajpur fliegen wir dann nach Mumbai und besuchen dort DEBU. Er riet uns ab mit dem Bike bis nach Goa zu fahren, denn der Monsun sei jetzt da und würde auch hoch gehen bis nach Mumbai. Wir sollen das Bike in Udaipur bei DJ stehen lassen und mit dem Flugzeug kommen. Von Udaipur fahren wir dann direkt gegen Norden von Indien. Das ist jetzt mal ein Plan. Ob das dann so sein wird, stellt sich dann nachher heraus. Wir glauben aber, dass dieser Plan vernünftig sein wird.

Datum: 21.06.2019         Ort: New Delhi       Kilometer:   8         Land: Indien
 
Heute sollte unser grosser Tag sein. So halb gross wurde er dann, aber von Anfang an. Nach dem Frühstück hiess es erst mal den Aufenthalt bis Samstag zu verlängern denn wenn heute das Bike kommt, müssen wir erst mal alles umpacken bevor es los gehen kann und für das braucht es einfach ein bisschen Zeit. Wir haben mit unserem Agenten abgemacht, dass er uns anrufen oder schreiben wird, damit wir an den Flughafen kommen können. Wir konnten das Hotel nicht verlassen, denn ausserhalb habe ich keine Internet-Verbindung. Wir waren auf gedeih und verderben damit konfrontiert, uns es im Hotel ein bisschen gemütlich zu machen. Als es 14 Uhr wurde sagte Melanie ich solle mal schreiben was da los sei und ich sagte Ihr, dass das nichts bringt. Und wir warteten und warteten. Zwischenhinein assen wir noch etwas kleines zu Mittag und warteten halt weiterhin. Um 17.11 Uhr kam ein Watsup. Wo wir unser Bike haben möchten. Ich schrieb sofort zurück «Am besten ins Hotel bringen». Dann kam eine Viertelstunde wieder nichts. Um 17.40 kam ein Watsup, dass wir zum Terminal 2 zum Gate 5 mit Fahrausweis und Pass kommen müssen. Das aber in 10 Minuten! Wie soll das gehen? Ich habe immer noch die kurzen Hosen an und Melanie Ihr neues Röckchen. Im Laufschritt sind wir sofort in unser Zimmer und haben uns mit Jeans und unseren Helmen ausgestattet und sind wieder runter in die Hotelhalle. Dort bestellten wir ein Hoteltaxi, welches uns zur besagten Adresse fuhr. Der Traffic-Verkehr in Delhi ist einfach himmlisch!!! Ich rechnete mir unterwegs aus, wie ich zum Hotel zurückfahren werde, denn das sind ja nur etwa 5 Kilometer. Als wir beim Cargo-Terminal 2 ankamen standen wir natürlich wieder in einem Stau und die 10 Minuten waren natürlich längst vorbei. Kurz entschlossen, sagten wir dem Taxi-Fahrer, dass wir das Auto verlassen und zu Fuss zum Gate No. 5 gehen werden. Schweissgebadet, bei etwa 40 Grad im Schatten kamen wir dann zum besagten Gate No. 5 an. Dort wurde uns mitgeteilt, dass wir wieder zum Gate No. 4 zurückmüssen, denn nur dort können man in den Gate-Komplex hinein. Nun gut, machten wir uns auf Richtung Gate No. 4. Auf dem Weg dorthin hupte uns einer mit seinem Motorrad an und fuhr lächelnd auf uns zu. Es war unser Agent auf seinem Bikelein. Er sagte uns, dass wir wieder zurückmüssen zum Zoll und wir sollten Ihm folgen. Etwa einen Kilometer spurteten wir schnellen Schrittes hinter dem Bikelein her bis zum Zollhaus. Wir waren beide patschnass. Ich glaube jede Pore unserer Körper hatte sich geöffnet und sprudelte nur so dahin. Wir sind uns diese Temperaturen mit dieser Luftfeuchtigkeit einfach nicht gewohnt. Als wir dort ankamen, stellte unser Agent uns den Zollmitarbeiter vor. Er fragte, ob wir unser Bike sehen möchten? Wir bejahten natürlich. Und tatsächlich, etwa 100 Meter weiter stand ein kleiner Lastwagen da mit geöffneter Hintertür und unser Baby stand auf dessen Rampe. Trotz immer noch wasserfallähnlich Schweissausbrüchen konnten wir ein erleichtertes Lächeln nicht verbergen. Der Zollbeamte wies uns an, Ihm zu folgen. Wir watschelten dem Herren hinterher zum heruntergekommen Zollhaus und dann auf den Treppen zwei Stockwerke hoch bis in sein Büro. Ich glaube er sah uns an, dass wir völlig auf der «Schnorre» waren. Ein Mitarbeiter brachte uns Wasser, welches wir in einem Zug herunterleerten. Er wies uns an, Platz zu nehmen und dann auf seinen Chef zu warten. Es vergingen etwa 30 Minuten bis der Chef dann kam. Er verlangte meinen Pass und meine Driverlicens und schaute sich das kurz an. Er unterschrieb noch einige Papiere und sagte zu uns Welcome in India. Wir dürfen jetzt gehen und unser Bike in empfang nehmen. Als wir wieder zurück waren beim Bike-Lastwagen stand da eine ganze Traube von Indern um das Bike auf dem Lastwagen. Dort natürlich auch unser Agent mit seinem Bikerlein. Ich fragte Ihn, was mit meinem Carnet de passage sei. Denn dieses Papier muss ich unbedingt haben, ansonsten bin ich Zollpflichtig in Indien und das würde mich mehr als 30000 Franken kosten. Er sagte uns, dass das sein grosses Problem sei. Er bekomme die Stempel und die Unterschrift für das Carnet erst am Montag. Samstag und Sonntag wird auf dem Zoll nicht gearbeitet. Am Montag um 12 Uhr sollen wir in sein Office kommen, wo wir dann das Carnet ausgehändigt mit den nötigen Stempeln und Unterschriften bekommen. Das heisst für uns, dass wir bis zur Abfahrt am Dienstag hier festsitzen. Nun, wir können das nicht ändern. Anschliessend fragte ich mein Agent, was denn jetzt mit dem Bike geschehe. Er sagte uns, dass jetzt das Bike in sein Warehouse transportiert wird und dort wir das Bike bekommen werden. Wir können dann von dort aus ins Hotel zurückfahren. Er bestellte uns ein Taxi welches uns dann an die besagte Adresse des Warehouse brachte. Dort stand schon der Agent und der Lastwagen auch schon. Es ist fast unbeschreiblich in was für einer Strasse wir gelandet sind. Es kam mir vor total in den Slums gelandet zu sein. Irgendwann kam dann ein Mann mit einer Hebebühne und hievte das Bike vom Lastwagen. Die Zuschauer betätigten sich hilfsbereit an der Demontage des Bretterverschlags bis das Bike wieder auf natürlichem Boden stand. Nun ging es an die Montage der Frontschreibe und dem anschliessen der Batterie. Auch da halfen die Inder tatkräftig mit. Gaben mir die Schrauben und legten gleich selbst Hand an. Ich war Ihnen sehr dankbar. Ich war schweissgebadet und mir lief das Wasser direkt in die Augen, welches ein unangenehmes brennen verursachte. Dann kam der entscheidende Augenblick. Nämlich das drücken auf den Startknopf. Blup, und das Bike lief ohne einen Mux. Jetzt ging es an die Montage des GPS und des Telefons. Ich habe beide Systeme, dass wenn eines nicht geht, das andere dann gehen sollte. Auf dem GPS fand ich unser Hotel nicht, darum konnte ich dann auf dem Natel das Hotel eingeben und das GPS starten. Auf dem engen und holperigen Strässchen mit offener Kanalisation wendete ich das Bike und Melanie hievte sich auf meinen Hintersitz und nun konnte es losgehen. Inzwischen war es stockfinstere Nacht und die Temperaturanzeige auf dem Bike gab immer noch 37 Grad an. Mit zittrigen Knien und einem Herzschlag der nahezu am Anschlag war machten wir uns auf die Rückfahrt zum Hotel IBIS. Eigentlich wollte ich genau das verhindern aber eben, ich muss jetzt das Beste aus der Situation machen. Wir hielten uns peinlichst genau an die Vorgabe unseres GPS. Erst mussten wir auf der Nebenstrasse etwa 3 Kilometer in die entgegengesetzte Richtung zum Hotel fahren bis zu einem U-Turn, wo wir dann wieder auf die andere Seite wechseln konnten. Natürlich im dichtesten Verkehr. Tuck-Tuck, Velofahrer, Autos und Lastwagen waren links und rechts. Dann endlich bogen wir ein in die Nebenstrasse zu unserem Hotel ein. Dort angekommen beschied man uns, dass wir noch ein bisschen weiterfahren müssen und dann links abbiegen um dann die Einfahrt in die Tiefgarage zu nehmen. Dort wurde uns dann ein Platz zugewiesen. Schweissgebadet nahmen wir unsere Helme in die Hand und gingen sofort in unser Zimmer um uns ein wenig abzukühlen. Anschliessend gingen wir wieder in die Tiefgarage und holten unser ganzes Gepäck. Endlich hatten wir wieder unsere Kleider. Erst mal Duschen war angesagt und ein bisschen erholen dazu. Um 22.30 Uhr gingen wir ins Restaurant runter und bestellten uns ein kühles Bier. Das hatten wir jetzt verdient! Kaum waren wir natürlich wieder im Hotel hagelte es bereits wieder Watsup und Anrufe von DJ und DEBU. Ich erklärte Ihnen, dass wir Morgen nicht abfahren können, da die Dokumente noch nicht Ready sind. Eine leise Enttäuschung machte sich breit, denn die Beiden warten in Udaipur auf uns. Sie zeigten aber Verständnis und wir werden sie nun, sofern alles gut geht, am Mittwoch ich Udaipur treffen. Nach einem lahmen Tag und einem turbulenten Abend vielen wir erleichtert und todmüde ins Bett.

Datum: 20.06.2019         Ort: New Delhi       Kilometer:   0          Land: Indien
 
Gestern Abend haben wir wiederum sehr gut im Hotel gegessen. Ich habe in einem IBIS-Hotel noch nie gesehen, dass die so eine ausgewachsene Küche führen. Aber hier ist es so. Normalerweise bekommt man bei IBIS nur ganz kleine Sachen wie Sandwich oder so. Anschliessend haben wir noch einen Bankomat ATM gesucht und auch gefunden und konnten uns dort mit Bargeld ausstatten. Anschliessend haben wir uns wieder ins unsere Gemächer zurückgezogen und haben unseren wohlverdienten Schlaf genossen. Heute stand ja nichts auf dem Programm sodass wir uns entschlossen, eine kleine Besichtigung mit einem Taxi zu unternehmen. Wir stellten uns vor so ca. zwei Stunden. Der Taxi-Chaffeur sagte, dass in zwei Stunden nur eine kleine Fahrt möglich sei, denn der Verkehr ist gross! Nun wir setzten uns in das Hotel-Taxi und los gings zu einem alten Tempel. Mensch war das heiss! Die Sonne prügelte unaufhörlich auf uns herein. Wir machten noch einige Fotos und schlussendlich mussten wir sagen, dass wir unsere Tour abrechen und zum Hotel zurück fahren. Kaum waren wir wieder im Hotel und das WIFI present, hagelte es gleich wieder von allen Seiten Infos und anfrage von DJ, DEBU, SkyBarage und weitere Helferlein von DJ und DEBU. Die einen rufen dann an oder Schreiben wie der Status jetzt mit dem Bike ist. Ich konnte das alles nicht beantworten, denn was ich weiss ist, dass ich Morgen mit meinen Agenten an den Flughafen gehen kann und nicht mehr oder weniger. Die Helferlein machen, so glaube ich, die Skybarage halb verrückt. Ich hoffe nur, dass die Skybarage mir das nicht übel nehmen. Nun, Morgen sollte unsere grosser Tag sein, dass ich mein Baby in Empfang nehmen kann. Wir haben jetzt bereits einen Plan gemacht, wie wir Delhi verlassen werden. Erst geht es nach Jaipur und dann weiter nach Udaipur. Bei dieser Hitze wird das dann ein heftiges Unterfangen. Noch einige Worte zum Delhi-Verkehr. Das ist einfach unglaublich. Wenn ich sage, dass das das reinste Chaos ist, ist das noch gelinde gesagt. Das heisst jeder gegen jeden. Tuck-Tuck, Töffs, Velos und eine Unmenge von Autos aller Art, benützen die Strassen. Dazwischen immer wieder Kühe die am Strassenrand im Abfall nach etwas Essen suchen. Ganz ehrlich gesagt graut es mir, meine ersten Kilometer in Delhi mit dem Bike machen zu müssen. Dazu kommt nach dass alles Links-Verkehr ist. Das heisst also, dass ich links in die Kreisel reinfahren muss und so weiter. Ich habe jetzt geschaut, dass wenn wir abfahren, so schnell wie möglich aus Delhi herauswollen und eine Autobahn benutzen. Ich muss mich erst Mal an die neuen Situationen gewöhnen. Nun, wenn alles gut geht habe ich die Hürde erst am Samstag. Morgen muss ich ja nur etwa 4 – 5 Kilometer bis zum Hotel fahren und das sollte dann schon gehen. Alles Weitere dann Morgen.

Datum: 18/19.06.2019      Ort: New Delhi       Kilometer:   0          Land: Indien
 
Am 17. Juni um 17.23 Uhr sind wir mit dem «Zugeli» vom Weissbad abgefahren in Richtung Flughafen Kloten. Kurz vor Gossau kam auf unserer SBB-APP dass der Zug nach Zürich ausfällt, weitere Infos dann am Bahnhof Gossau. Als wir dann in Gossau ankamen wurde lediglich darauf hingewiesen, dass der ICE ausfällt, dafür anderes Rollmaterial pünktlich kommen werde. Dies geschah dann auch. Ein Zug wie von den Neandertaler so aus den 70iger-Jahren! Nach der Fahrt vom Weissbad in top modernem Zug wieder in die Holzklasse zu wechseln war für uns dann schon ein bisschen kurios. Pünktlich sind wir dann im Flughafen Kloten angekommen. Dort wartete schon meine Mutter. Wir freuten uns sie noch einmal zu sehen. Zusammen gingen wir dann noch etwas kleines Essen. Etwas mehr als 90 Minuten vor dem Abflug verabschiedeten wir uns dann und gingen durch den Zoll und machten uns auf den Weg zu unserem Gate. Pünktlich hoben wir ab Richtung Oman nach Muskat. Um ca. 6 Uhr Ortszeit kamen wir dann in Muskat an und verliessen unseren Flugi. Im Transferbereich genehmigten wir uns einen Cappuccino. Eine gesalzene Rechnung folgte da. 14 Euro für zwei Cappuccino, das ist schon heftig! Aber eben, ich hatte ja kein Omanisches Geld. Wir hatten etwa 2 Stunden Aufenthalt dort. Nach den «heftigen Cappuccinos» machten wir uns auf zu unserem Gate nach Delhi. Wiederum pünktlich hoben wir ab und kamen genauso pünktlich in Delhi an. In Delhi ging es erst mal zu der Immigration. Zuerst stellten wir uns in die falsche Reihe. Die netten Herren von der Immigration zeigten dann uns den richtigen Schalter. Dort mussten wir nicht anstehen und kamen sofort dran. Nach wenigen Befragungen waren wir dort durch. Weiter ging es zur Gepäckausgabe, und siehe da, unsere Tasche war auch schon da. Kaum aus dem Flughafengebäude sassen wir schon in unserem Taxi Richtung vom unweit entfernten IBIS-Hotel, wo wir für drei Nächte gebucht hatten. Um etwa 15 Uhr hatten wir dann auch den Check-Inn im Hotel abgeschlossen und konnten in unserem Zimmer erstmal unsere wohlverdiente Dusche über uns ergehen lassen. Das anschliessende «Pfüsi» musste dann auch noch sein. Am Abend assen wir im Hotel. Es war ausgesprochen gut. Anschliessend war schlafen angesagt. Im Flugzeug haben wir nicht richtig gut schlafen können und waren deshalb sehr auf der «Schnorre». Ganze elf Stunden haben wir durchgeschlafen. Einzig ein nächtliches Wasserlösen unterbrach kurz unseren wohlverdienten Schlaf. Heute Morgen ging es dann zum Frühstück wo wir ein grosses Buffet mit allem drum und dran vorfanden. Nun konnte es weitergehen. Wir waren ja jetzt in Indien gut angekommen. Ist den unser Bike nun auch schon hier? Mit dem Taxi ging es an die Adresse, die wir von unserem Cargo-Unternehmen bekommen haben. Als wir dort ankamen, haben wir weit und breit kein solches Unternehmen mit dem Namen SkyBarage gesehen. Der Taxi-Chauffeur nahm uns wieder mit an den Cargo-Flughafen von Delhi. Er setzte uns dort ab und gingen an das Eingangstor fragen, wo den SkyBarage den sei. Nach mehrmaligem Durchfragen kamen wir auf keinen grünen Zweig. Ein Lastwagenfahrer fragte uns, ob er uns helfen könne. Dieser machte dann alles klar und sagte uns, dass wir nicht am richtigen Ort seien. Er kam mit uns an die Strasse und hielt ein Tuck-Tuck an, welches uns wieder an den gleichen Ort brachte, wie der Taxifahrer am Morgen. Wir Deppen haben es nicht gemerkt. Auf der anderen Strassenseite fanden wir dann das Schild von Sky-Barage. Schwups waren wir in diesem Büro und wurden mit Wasser versorgt. Wir wurden einer Mitarbeiterin zugewiesen und konnten dort auf alten Bürosesseln platz nehmen. Melanie leerte noch Ihr Wasserglas über den Bürotisch aus, dies sei nur am Rande erwähnt. Die nette Dame von SkyBarage stellte uns nochmals einen Herrn vor, welcher für uns zuständig sein wird. Es wurden nochmals verschiedene Kopien von Fahrzeugausweis etc. von uns verlangt, die ich dann noch unterschreiben musste. Sie eröffnete uns dann, dass es sicher Freitag werden wird, bis wir unser Bike bekommen werden. Das hatten wir natürlich nicht so geplant. Nun, wir müssen uns nach den Indischen Gegebenheiten richten und können das Rad nicht neu erfinden. Etwa um 15 Uhr liessen wir uns dann wieder in einem Taxi zu unserem Hotel zurück fahren. Mit DJ und DEBU habe ich auch schon Kontakt gehabt. DJ besorgt mir die Versicherung. Ich musste Ihm Fotos von Fahrzeugausweis sowie vom Fahrausweis senden. Ich hoffe dass das reicht. Da wir damit gerechnet haben, dass wir unser Bike heute, also am 19. Juni bekommen werden und dies nun nicht klappt, haben wir ein kleines Kleiderproblem. Im unweit entfernten Shopping-Center kauften wir noch einige Kleidungsstücke für wärmere Zeiten. Melanie ein Röckchen und für Marcel gabs kurze Hosen und ein Shirt. Schlarpen und offene Schuhe durften auch nicht fehlen. So können wir nun die Zeit bis Freitag überbrücken. Am Donnerstag werden wir dann mit dem Taxi ins Zentrum von Delhi fahren und die Stadt besichtigen. Über diesen Stadtrundgang werde ich dann Morgen berichten.




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